Nr. 131 Ph.J. Spener an A.H. Francke 16.2.1691
493
jenem [?] halte zu vernehmen gebrauchen laße) bewerckstelliget, so ich nicht bejahen könte. 2. Herrn Gener[al] Kriegs Commissfar] 17 aber habe noch nicht zu sprechen vermocht, werde aber auß gelegenheit der reise in Preußen, da ihm glückwünschen werde, ihn die sache bestens recommendiren. Gott gebe success.
Die zeit leidet dismal [?] nicht mehr, als das nechst treuer erlaßung in des himmlischen Vaters gütige obhut, die über denselben, gantzes hauß u. amt kräfftig walten wolle, verharre
Meines Hochgeehrten Herrn Gevfatters] u. gel[iebten] Bruders zu gebet u. liebe williger
Philipp Jacob Spener D. Mppria.
Berlin den 16. Febr. 1697.
Zu glücklich vollbrachter Visitation 18 und darzu gegebenem göttlichen see- gen, gratulire hertzlich. Der Herr laße das gute immer mehr u. mehr wachsen zu seinem preiß.
Herrn D. Breithaupt 19 u. Herrn L. Anton 20 grüße ich freundlich.
89 jenem(?) ] jenen: D. 89 /gebrauchen laße/.
Umstand, daß Buddeus und nicht Francke dann auch zum Theologieprofessor ernannt werden konnte (vgl. Breithaupt an Spener, Ende Januar/Anfang Februar 1697, AFSt/H D 88: 124). Zudem hatte Breithaupt Kraut gegenüber erklärt, daß Buddeus keine theol. Collegia halten solle, weil dieser „Wittenbergische principia habe, und nur Uneinigkeit daraus entstehen werde, auch unsre Statuta Academiae, da wir profectus Auditorum unterscheiden sollen, solches nicht leiden." Breithaupt sei Buddeus „nicht gehaßig, und wolte von hertzen wünschen, daß Er Gott von hertzen suchen möchte [...]" (Breithaupt an Spener, 20.2.1697, AFSt/H D 88: 125f, Zitat 126 r ). Die Auseinandersetzung zwischen der theol. Fakultät und Buddeus hatte bereits im Frühjahr 1696 begonnen — sie war jetzt erneut entbrannt, weil Buddeus sich am Anfang des Jahres bei der Berliner Regierung darüber beschwert hatte, daß die theol. Fakultät es ihm nach wie vor verwehre, theol. Collegia zu halten. Daraufhin hatte der Kurfürst am 13.2.1697 angeordnet, Buddeus das allen Licentiaten zustehende Leserecht nicht mehr zu verweigern. Aufgrund der am 9.3. erneut eingehenden Voten der theol. Fakultät wurde das Reskript vom 13.2. am 5.4.1697 aber wieder aufgehoben (vgl. UA Halle Rep. 27, Nr. 1029, Acta den H. L. Buddeum Prof. moral. betreffende, Ob er ein collegium Theologicum halten möge. 1696. 1697, unpag.).
17 Daniel Ludolf von Danckelmann (s. Brief Nr. 82, Anm. 3).
18 Zum Ablauf der Visitation in Glaucha s. Briefe Nr. 123, Anm. 9, Nr. 126, Nr. 129 und Nr. 130, Z. 3-31.
19 S. Anm. 4.
20 Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64).