Nr. 137 Ph.J. Später an A.H. Francke 12.5. 1691
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Buchholtz 6 , ich, Herr Rittner 7 , Herr Astmann H , Herr Bürgermeister] Müller 9 , Herr Syndicus Manitius 10 und Herr Stuck stattSecretarius 11 . Biß künff- io tigen Montag solle die commission vorgenommen werden. 12 Ist also nöthig, nunmehr den Herren soviel hertzlicher anzuruffen, das er die gantze sache, sonderlich die hertzen sowol der partheyen nemlich der verordneten der burg- erschafft und Herrn M. Schaden, als auch der commissariorum, dahin lencken wolle, zuerkennen, was sein wille ist, u. denselben zuthun: Darauß aber einen 15 solchen außgang geben, darvor wir seine güte preisen u. sagen mögen, er habe gutes auß bösem gemacht, welches seine kunst u. daher billich sein lob ist. Habe deswegen weil auff Hall nicht eher als Sontag schreiben könen, dieses über Leipzig senden wollen, um noch vor Montag überzukommen. 13
Den einschluß recommendirt Frau Heldin 14 . Ich aber nechst treuer er- 20 laßung in des Himmlischen Vaters treue obhut, gnade u. regirung verharre
Meines Hochgeehrten Herrn Gevattern u. gel[iebten] Bruders zu gebet u. liebe williger
Ph[ilipp] J[acob] Spener D. Mppria
Berlin den 12. Maj. 1697. 25
Die Frau Gevatterin 15 und gantzes hauß grüße ich hertzlich samt meiner haußfrauen 16 . Hoffen der Jacob Carl 17 werde sich wol halten. Der Herr regire ihn durch seine gnade.
Wo Herr D. Petersen 18 bey ihnen, so bitte ihn hertzlich zu grüßen, mit
9 Rittner ] Ritter: D. 9 Astmann] Aßmann: D.
6 Christoph Joachim Buchholz (gest. 1703), seit 1685 Konsistorialrat und -assessor in Berlin (Müller/Küster 3, 417).
7 Andreas Rittner, Diakon an St. Marien in Berlin (s. Brief Nr. 23, Anm. 48).
8 Johann Paul Astmann (s. Brief Nr. 110, Anm. 65).
9 Andreas Libertus Müller (1639—21.1.1709), geb. in Berlin; 1663 Kammergerichtsadvokat, 1672 Syndicus, 1678 Oberauditeur, 1695 Bürgermeister und 1699 Rat in Berlin (Müller/Küster 3, 392; 4, 413. 426).
10 Andreas Manitz (Manitius) (13.3.1650-9.1.1701), geb. in Mückenberg in der Lausitz; 1672 Studium in Königsberg, 1675 Richter am Untergericht in Berlin, dann Advokat und Stadtsyn- dicus (Matrikel Königsberg 2, 74; Ph.J. Spener, Christlicher Leich=Predigten EilfFte Abtheilung, Frankfurt a.M. 1702, 241-271 [Personalia 268-271]).
11 Johann Friedrich Stuck, zunächst Adjunkt des Stadtsekretärs und Ratsverwandter, seit 1692 Stadtsekretär in Berlin (Müller/Küster 4, 446f. 482).
12 Die Kommission tagte am Montag, 17.5.1697; der Verlauf der Sitzung wurde protokolliert (GStA PK HA II, Rep. 47, B4, Fase. 18, Bl. 99-103'; Speners Bericht in Bed. 2, 143-155; vgl. Obst, 72-76).
13 Die nächste reguläre Post von Berlin nach Halle wäre am Sonntag, 15.5., in Berlin abgefahren und am Montag, 16.5., in Halle eingetroffen.
14 Nicht ermittelt.
15 Anna Magdalena Francke (s. Brief Nr. 81, Anm. 24).
16 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).
17 Jakob Karl Spener (s. Brief Nr. 133, Anm. 17).