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Nr. 142 AM. Fnmckv an Ph.J. Später 8. 1.1698

wolgefallen, weil ich wol mercke, daß es also vom Herrn kommet, wiewol ich darnach ringe einen Segen über unsere gnfädige] Landes=Herrschaft zu bringen.

Das Capital, davon gedacht 7 (sind 10000 thaler) ist uns hier schon von der Person selbst 8 mündlich versprochen, daß wir zwischen hier und künff- tigen Michaelis 6000 thaler haben, und das andere nemlich 4000 thaler per testamentum nach dem Tode empfangen sollen, und gedencke ich würcklich ein KranckenHauß vfolentej D[eo] auffzurichten y , so bey meinen Anstalten absolute nöthig ist. Ich habe jetzo 212 Personen in Verpflegung. Gott hilflft wohl recht wunderbarlich. I[hre] Hoheit von Sachsen 10 haben wieder 100 thaler, u. I[hre] Hoheit von Pfaltz" zum neuen Jahr 200 thaler verehret. Ich bedarff aber jetzt alle Wochen hundert thaler und öffters mehr. Es ist auch ein Capital von 1000 thaler[n] vermachet, so wol die Fr. von Reichenbach' 2 seyn wird.

Die Nachricht von dem kleinen Ernst Gottfriedgen 13 erfreuet mich hertz­

gewährt (vgl. AFSt/W Rep. 1, II//1, 61 [Abschrift]), vgl. Francke, Fußstapfen [s. Brief Nr. 110, Anm. 40], 132, Beilagen B [a]). In einem Schreiben vom 16.11.1697 hatte Francke den Kammer­rat Nicolaus Willmann (s. Brief Nr. 64, Anm. 2) gebeten, sich für die vollständige Akzisefreiheit einzusetzen, und dabei auf ein von Stößer Übergeberies Memorial verwiesen (AFSt/W, aaO, 48f [Abschrift]). Von demselben Tag datiert ein erneutes Memorial Franckes in der Sache an von Kraut (AFSt/W, aaO, 4953). Zur Erteilung der uneingeschränkten Akzisefreiheit kam es trotz positiver Zwischenbescheide aus Berlin vom 3.1., 22. und 23.3.1698 (AFSt/W, aaO, 54f, 64-66 [Abschriften]) sowie erneuter Memoriale Franckes vom 26.1., 12.2. und 8.3.1698 (AFSt/W, aaO, 5559. 62f [Abschriften]) erst mit der Privilegierung des Waisenhauses im September 1698 (s. Brief Nr. 150, Anm. 2).

7 S. Brief Nr. 141, Z. 41-61.

8 Lucia Öligard Freifrau von Burkersrode (s. Brief Nr. 141, Anm. 16).

9 Daß das Geld von der Spenderin für den Bau eines Krankenhauses bestimmt war, kommt deutlich in Franckes Dankschreiben an von Burkersrode vom 1.1.1698, in dem er zugleich um eine Vorschußzahlung vor Ostern bittet, zum Ausdruck (AFSt/H D 113: 2732 [Abschrift]). In ihrem Antwortschreiben aus Amsterdam vom 12.1.1698 weist von Burkersrode das Ansinnen einer Vorschußzahlung mit dem Hinweis auf anstehende finanzielle Schwierigkeiten aber zurück und bittet zugleich um Verschwiegenheit in der Sache (SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 4a/4: 2). Tatsächlich kam es zum Bau eines Krankenhauses erst im Jahre 1708 bis dahin wurden die Kranken in der Krankenstube des ab Juli 1698 gebauten Waisenhauses versorgt (vgl. A.H. Francke, Kurtze und deutliche Nachricht/ In welcher Verfassung Die zu Glaucha an Halle Beydes zur Erziehung der Jugend, und zur Aufnehmung, Auch nöthiger Verpflegung der Dürftigen gemachte Anstalten Sich ietziger Zeit im Julio 1709. befinden, zu künftiger VII. Fortsetzung vorläufig ert- heilet [...], Halle [1709] [Francke-Bibliographie Nr. F 28.1-3], 18).

10 Anna Sophie, verwitwete Kurfürstin von Sachsen (s. Brief Nr. 35, Anm. 6; vgl. Johann Adolf Rhein an Francke, 21.12.1697, SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 17 [unpag.]; Francke an Anna Sophia von Sachsen, 4.1.1698, AFSt/H D 113: 49-52 [Abschrift]). Francke hatte die Kurfürstin am 5.12.1697 um Fortsetzung ihrer Spenden für die Armenversorgung ausdrücklich gebeten (D 113: 9-11 [Abschrift]).

11 Wilhelmine Ernestine, Kurfürstin und Pfalzgräfin bei Rhein (s. Brief Nr. 35, Anm. 6; vgl. Johann Adolf Rhein an Francke, 3.1.1698, SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 17, unpag.; Francke an Wilhelmine Ernestine, 10.1.1698, AFSt/H D 113: 53-57 [Abschrift]).

12 Maria Sophie von Reichenbach (s. Brief Nr. 16, Anm. 22).

13 Ernst Gottfried Spener (s. Brief Nr. 141, Z. 62-70 und Anm. 20).