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Nr. 148 Ph.J. Späterem AM. Francke 21. 9. 1698
selbs meldete 12 , das es wegen des Studiosi Laurentij seye 13 (dem auch 20 thaler 25 gezahlet 14 ) meinte sowol derselbe als auch Herr B[aron] von Canstein 15 , nö-
thig und gelfiebtem] Bruder nicht entgegen zu sein, das das schreiben öffnete:
so auch gethan und hiemit übersende, der guten hoffhung und freundlichen
bitte, solche Öffnung, die guter meinung geschehen, nicht übel zunehmen.
Herrn Raunern erwarten wir nun morgen. 16 Der Herr zeige uns auch seinen 30 willen, ob er ihn uns, wie wir hoffen beschehret habe, und segne alsdann sein
werck kräfftiglich. Hiermit göttlicher treuen obhut und regirung hertzlich
erlaßende verharre
Meines Hochgeehrten Herrn Gevattern und gel[iebten] Brüdern zu gebet und liebe williger 35 Phhlipp] J[acob] Spener D. Mppria
Berlin den 21. Sept. 1698.
Von Herrn Koepken 17 tractat 18 contra Rathmfannum] redivivum 19 Bucheri 20 (so solche stunde bekam) habe 3 exemplaria der zu ihnen reisenden jungfjer] 21
nachweisbar seit 1697 intensive Beziehungen zu Francke, organisierte Spenden und vermittelte Kinder an das Hallesche Waisenhaus (vgl. ca. 80 Briefe Rheins an Francke, SBPrKB, Nachlaß Francke, Kaps. 17, unpag.; auch Brief Nr. 142, Anm. 10 und 11). Aufgrund der Nähe zu Anna Sophie von Sachsen und Wilhelmine Ernestine von der Pfalz in Lichtenburg, wo Spener sich mehrfach aufhielt (vgl. Brief Nr. 120, Anm. 1 und Briefe Rheins an Francke z.B. vom 14.7., 6.10. und 6.12.1698, SBPrKB, aaO), war Rhein ein erstrangiger Ubermitder von Informationen, die den Dresdner Hof betrafen (vgl. z.B. die Nachricht an Francke, daß Friedrich August von Sachsen [s. Brief Nr. 138, Anm. 6] zur Rückkehr Speners nach Dresden seinen Konsens gegeben habe, im Brief Rheins an Francke vom 18.4.1699, SBPrKB, aaO).
12 Ein entsprechendes Schreiben Rheins an Spener wurde nicht ermittelt.
13 Aufgrund einer Empfehlung Franckes vermittelte Rhein den Studenten [Christoph (?)] Laurentius (aus Möckern bei Burg, Student in Halle 1695; vgl. Matrikel Halle, 257) nach Holstein als Informator bei dem Bruder des kursächsischen Geheimen Rats Cajus von Rumohr (vgl. Rhein an Francke, 10.9.1698, SBPrKB, aaO [s. Anm. 11]).
14 Die 20 Taler zum Unterhalt des Studenten stammten offensichtlich von von Rumohr und sollten über Rhein und Spener an Laurentius gelangen (vgl. Rhein an Francke, 10.9. u. 6.10.1698, SBPrKB, aaO ['s. Anm. 11]). Tatsächlich hatte Laurentius, der sich Anfang September in Berlin aufhielt, das Geld zu diesem Zeitpunkt noch nicht erhalten, sondern bekam es erst Anfang Oktober in Halle (vgl. Briefe Nr. 150, Z. 42-44 u. Nr. 151, Z. 50).
15 Carl Hildebrand von Canstein (s. Brief Nr. 143, Anm. 1).
16 Wolfgang Balthasar Rauner (s. Brief Nr. 133, Anm. 15) reiste zur Probepredigt nach Berlin (s. Brief Nr. 147, Anm. 18).
17 Balthasar Köpke (s. Brief Nr. 16, Anm. 42).
18 B. Köpke, M. Friderich Christian Büchers [...] Rathmannus Redivivus, Das ist/ Pietistische Uebereinstimmung In dem Articul Von der Heil. Schrifft/ Mit denen Fanaticis und sonderlich M. Hermanno Rathmanno, [...] Frankfurt/Oder 1698. — Die Vorrede Speners datiert vom 26.8.1698 (Grünberg Nr. 263. 516).
19 F.Ch. Bücher, Rathmannus redivivus/ Das ist/ Pietistische Uebereinstimmung in dem Articul von der Heiligen Schrifft/ mit denen Fanaticis/ sonderlich M. Hermanno Rathmanno [...], Leipzig 1697 (Grünberg Nr. 376).
20 Friedrich Christian Bücher (22.5.1651-18.3.1714), geb. in Schlieben in Sachsen; 1670 Studium in Wittenberg (1672 Magister), 1677 Adjunkt der philos. Fakultät ebd.; 1681 Prof. philos. und Bibliothekar in Danzig, 1685 Diakon an St. Katharinen ebd. (DBA 158, 391f; Zedier