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Nr. 153 Ph.J. Spener an A.H. Francke 21. i. 1699

Denen ich auch das abschreib geld, so mir sonsten der Verleger zu restituiren 20 hat, und auff 8 thaler kommen möchte, verehrt haben will. Wann ich weiß, wann das werck im truck fertig werden solle, sende ich zu rechter zeit titul u. vorrede. Der truck in dem probbogen gefeit mir wol, was ich aber doch bemercket, darvon ligt hie ein blättlin^, hoffe das exemplar werde es recht haben.

25 Was meine responsa per Epistolas 6 anlangt, dörffte ich etwa zu einem tomo der Teutschen resolviren, und habe angefangen sie zu revidiren, weiß aber nicht, wie viele zeit ich darzu bedarff, und möchte in einigen unterschied­liches abzuschreiben nöthig haben, darzu mirs an jemand manglet, weil den famulum 7 sonsten zu viel brauche. Unterschiedliche können auch nicht pu-

30 bliciret werden, wo ein nachtheil derjenigen zubesorgen, denen sie gegeben sind: sodann einige, als lang ich lebe. Bey andern hat es weniger bedencken. Doch kan von dem gantzen werck dem leser nicht viel versprechen, in deme es nicht vollständiges ist, sondern nur diese und jene materie betrifft, die mir vorgekommen.

35 Im übrigen habe hiemit freundlichen rath wegen unsers Jacob Carls 8 zu pflegen, weil es nunmehr bald 2 jähr ist, das er der liebe und vortheils ihres paedagogii genoßen, ob nicht mein wehrter Herr Gevatter thunlich erachtete, das er wann er etwas in ihrem paedagogio absolvirt hätte, auff eine zeit lang nach Gotha in dasiges gymnasium gethan würde 9 , dahin Herr proffessor]

40 Rechenberg 10 incliniret. Wo nun derselbe auch dahin incliniren solte, würde ferner bitten, Vorschlag zu thun, wo er zu Gotha am besten auffgehoben und verwahret sein möchte, um in dem guten so unterhalten zu werden als fort­zufahren. Darmit wann die sache erst an sich selbs beliebig, und in diesem weiß, wohin mich wenden solte, etwa dahin schreiben, und zu rechter zeit

45 anstalt machen könte.

Alhier ist unser Herr Astmann 11 kranck worden, und schiene erst was gefahr zu haben, nun aber ist durch Gottes gnade wider beßer: der stärcke ihn ferner. Hingegen ist der Garnisonprediger Herr Nagel 12 gestorben: an deßen stelle der Himmlische Vater uns wider jemand rechtschaffenes beschehren

so wolte. Wormit göttlicher treue und huld mit gantzem lieben hauß emp­fehlende verbleibe

37 /paedagogii/ : (gymnasii). 50 wolte ( wolfe(?).

5 Nicht ermittelt.

'' Bed. 1 (vgl. Brief Nr. 150, Z. 9f).

7 Möglicherweise Levin Leopold Procop (s. Brief Nr. 208, Anm. 9).

8 Jakob Karl Spener (s. Brief Nr. 133, Anm. 17).

9 Zu Jakob Karls Wechsel nach Gotha s. Brief Nr. 147, Anm. 8.

10 Adam Rechenberg (s. Brief Nr. 1, Anm. 6).

" Johann Paul Astmann (s. Brief Nr. 110, Anm. 65).

12 Christoph Nagel (20.8.1658-15.1.1699), geb. in Gudnicken in Ostpreußen; 1674 Studium in Königsberg, 1679 Pfarrer in Berlin-Rudow, 1681 Feld- und Garnisonsprediger in Berlin (Ma-