Nr. 156 Ph.J. Spener an AM. Francke 18.3.1699

577

bewegung entstehen könte. Wegen des brodtbrechens will ich hoffen, das die handlung privatim und in niemanden gegenwart, der darauß calumniiren könte, werde geschehen sein, so hats alsdann nichts zu bedencken: Käme es 25 aber vor die äugen oder ohren lästerer oder auch unverständiger, würde es schaden thun. Der Herr aber gebe uns in allen stücken, was vor ihm gefällig und das beste ist zu erkennen.

Unsren guten Herrn Astmann 4 haben wir durch die dritte recidiv zuver- liehren gestern gesorget; aber der Herr hat heut soviel beßrung beschehret, 30 das die hoffhung der genesung zimlich gestärcket wird: Sie wollen ihres orts denselben hertzlich anruffen, das er uns denselben wider schencken und lange erhalten wolle, als die wir seiner dieses mal, sonderlich nach dem des S. Herrn Schadens 5 freunde sich fast insgemein gantz zu ihm gewendet, höchstbedörff- tig sind. Er walte auch über sie ihres orts mit allen gnaden, darein auch das 35 gantze liebe hauß hertzlich empfehlende verbleibe

Meines Hochgeehrten Herrn Gevfatters] und gelfiebten] Bruders zu gebet und gehorsam williger

Philipp Jacob Spener D. Mppria.

Berlin den 18. Mart. 1699. 40

P.S. Was Herr Pastor Hohmann 6 widerum seiner Söhne wegen an mich ge­langen laßen 7 , schicke außgeschnidten von seiner hand 8 . Möchte wol des guten mannes desiderio geholffen sehen, weiß aber nicht, was ihre gelegen- heit zulaße.

28 /zu erkennen/. 29 Astmann ] Aßmann: D.

A Johann Paul Astmann (s. Brief Nr. 110, Anm. 65).

5 Johann Caspar Schade (s. Brief Nr. 19, Anm. 12).

6 Johann Homann (s. Brief Nr. 152, Anm. 8).

7 Homann bemühte sich um die Unterbringung seiner 3 Söhne zur Ausbildung in Halle (vgl. dessen spätere Dankschreiben in der Sache an Francke z.B. vom 3.1.1704 u. 10.10.1712, AFSt/H C 101: 5. 11). Es handelt sich um Christian Homann (30.1.1682-19.1.1754), geb. in Magdeburg; 1699 Schüler im Paedagogium Regium in Halle, 1702 Studium ebd.; 1710 Hofmeister Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorfs; 1712 Präpositus adjunctus, ab 1714 Pfarrer und Präpositus in Neustettin (Matrikel Halle, 235; Pfarrerbuch Pommern 2, 266; AFSt/H C 101: 10. 14). -Johann Hermann Homann (24.7.1685-20.1.1716), geb. in Magdeburg; 1701 Schüler im Paedagogium Regium in Halle, ca. 1702 Aufenthalt bei von Canstein, 1704 Studium in Halle; 1709 Haus­lehrer bei Henriette Katharina von Gersdorf (s. Brief Nr. 5, Anm. 10) in Großhennersdorf bei Zittau, 1712 Privatsekretär in Oegein, 1715 Adjunkt des Garnisonspfarrers Jakob Baumgarten in Berlin (Matrikel Halle, 235; Kramer 2, 203; Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien 16, Görlitz 1910, 260; Canstein/Francke, 153; AFSt/H C 101: 3. 8. 12. 13). - Daniel Jakob Homann (12.2.1691-30.7.1780), geb. in Kiel; Besuch der Latina in Halle, 1709 Studium ebd.; 1715 Pfarrer in Blankenburg in der Uckermark, 1774 emeritiert (Matrikel Halle, 235; Pfarrer­buch Brandenburg 2/1, 354).

8 Nicht überliefert.