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Nr. 166 A.H. Frauke an Ph.J. Später 23. 6. 1699
Wehe über seine Churfürstliche Durchlaucht geschrien, welches mir nie in den Sinn kommen ist. 10 Gott ist getreu 1 ', der wird es zu seiner Ehre wenden, des bin ich gewiß.
Nechst inniglicher begrüßung meiner Liebste 12 , und an die wehrteste Fr. Gevatterin 13 , verharre
Mfeines] th[euresten] V[aters] Gebethschuld[igster] Aug[ust] Hermann Francke.
Halle den 23. Jim. 99.
10 Zu einer Denunziation Franckes ist es entweder nicht gekommen, oder die entsprechenden Akten wurden nicht überliefert: Obwohl der Kurfürst im Juli 1699 offenbar Zeugen vernahm und Francke den Vorgang selbst zur Weitergabe an Paul von Fuchs (s. Brief Nr. 95, Anm. 4) senden sollte (vgl. Briefe Nr. 169, Z. 9-13 und Nr. 170, Z. 5-11), befinden sich weder in den Re- gierungs- noch in den Konsistorial- und Pfarrakten Spuren der Angelegenheit. Erst im Ergebnis der Untersuchungskommission spielte das Thema wieder eine Rolle: Aufgrund eines Memorials der Theologieprofessoren und der Stadtgeistlichen vom 21.6.1700 (LHA Magdeburg Rep. A 5, Nr. 908, Bl. 82f; Nr. 910, Bl. 375f [Abschrift]), das offenbar auf Franckes Initiative zurückging, kam es am 6.7.1700 im Rahmen der Reaktion auf den Kommissionsbericht (s. Brief Nr. 224, Anm. 2) zu einem grundsätzlichen Verbot von Komödianten auf den Jahrmärkten.
11 IKor 10,13a.
12 Anna Magdalena Francke (s. Brief Nr. 81, Anm. 24).
13 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).