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Nr. 177 PhJ. Später an A.H. Fraticke 30. 9. 1699
von S[einer] ChurfjürstlichenJ Durchlaucht 7 vergeben 8 , an dieses stelle aber kommet unser Herr Nachtigal 9 . Wegen Meseberg hörete bey meiner zurück-
15 kunfft 10 von Herrn Neubauer", das alles ad petita resolvirt und expedirt. 12 Ich meinte dißmahl an unsren wehrten Herrn D. Breithaupt auch zuschreiben, wird mir aber unmüglich. 13 Daher ihn in dem Herrn grüße, und um be- forderung der einlage an Frau Wagnerin nach ErfFurt 14 bitte.
Einen jahrgang meiner predigten könte jetzt nicht heraußgeben, in dem
20 keinen mehr gehalten nach den 3 heraußgegebenen 1:> , worinnen eine metho- de gehalten, wie doch in den postillen erfordert wird. So sind von mehreren jähren meine Sontagspredigten zwahr nach allen materien, aber doch nicht also außgeschrieben, daß sie ohne große noch daran wendende mühe könten getruckt werden. So bin nicht in abrede, daß was dergleichen abgängige
25 materien sind Herrn Zunnern 16 nicht zu viel zu entwenden getraue, als ihm gleichwol nun die arbeit über 1. Johfannes] 17 und die Teutsche responsa 18 entgehen. Glaube auch, es wäre solches eine undanckbarkeit von mir, weil er solange nicht allein mein Verleger gewesen, sondern sich nie geweigert hat, um mich bey gutem willen zu erhalten, wann ich ihm auch anderer arbeit
30 gegeben, solches zu übernehmen, da er doch an einigen schaden gehabt: mir aber liget ob, das ichs auff andre weise ersetze. Wie er noch jetzo erst das
7 Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11).
8 Löper war durch ein kurRirstliches Reskript am 14.9.1699 in sein Amt eingesetzt worden (Auskunft Pfarrerkartei der KPS).
9 Tobias Nachtigall (gest. 12.1.1709), geb. in Gardelegen; 1693 Studium in Halle, 1700 Pfarrer in Oranienburg (Matrikel Halle, 309; Pfarrerbuch Brandenburg 2/2, 584).
10 Spener war vermutlich am 18.9.1699 von Lichtenburg nach Berlin zurückgekehrt (s. Brief Nr. 175, Anm. 5).
11 Wohl Georg Heinrich Neubauer (s. Brief Nr. 152, Anm. 10).
12 S. Brief Nr. 176, Z. 31-33 und Anm. 18; vgl. auch Anm. 13.
13 Spener schrieb am 10.10.1699 an Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36) und teilte diesem im Gegensatz zu der Francke hier gegebenen Auskunft mit, daß sich die Nachfolgeregelung für Meseberg noch verzögere (AFSt/H A 125: 96). Das entsprechende Reskript war auch am 28.10.1699 noch nicht ausgestellt (s. Brief Nr. 183, Z. 65-69).
14 Die Beilage an Frau Wagner (s. Brief Nr. 113, Anm. 4) wurde nicht ermittelt.
15 Vermutlich meint Spener seine drei zuletzt erschienenen Predigtjahrgange (Die evangelische Glaubens-Lehre [...], Frankfurt a.M. 1688; Die evangelischen Lebens-Pflichten [...], Frankfurt a.M. 1692; Der Evangelische Glaubens-Trost [...], Frankfurt a.M. 1695 [vgl. Grünberg Nr. 18, 20, 24]). Im Waisenhausverlag erschienen Predigtreihen Speners erst nach dessen Tod (Erklaerung Der Episteln an die Ephesier und Colosser/ [...] [mit Vorrede von Francke], Halle 1706; Lauterkeit Des Evangelischen Christenthums/ [...] [mit Vorreden von Breithaupt bzw. Francke], 2 Bde., Halle 1706/09 [Grünberg Nr. 67, 48]).
16 Johann David II. Zunner (s. Brief Nr. 99, Anm. 18).
17 PhJ. Spener, Des Hocherleuchteten Apostels und Evangelisten Johannis Erste Epistel (s. Brief Nr. 150, Anm. 3).
18 Bed. (vgl. Brief Nr. 150, Z. 9f).