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Nr. i 77 Pk.J. Später an A.H. Francke 30.9.1699

Herr Bandeco 34 ligt gefährlich darnider. Solte der Herr ihn abfordern wollen, so laße er ihn erkennen den zustand, in welchen er sich durch blinden eiffer gesetzt. 33

Herren Herren August Hermann Francken Sanctissimae Theolfogiae] profjes- sori] publfico] ordin[ario] bey der univjersitet] Halle und pastori zu Glauchen in Glauche bey Halle.

34 Wohl Daniel Bandeco (16.9.1651-20.5.1715), geb. in Arnswalde; immatr. 1665 in Frank­furt/Oder und 1670 Studium in Wittenberg; 1677 Konrektor in Landsberg a.d.W, 1680 Diakon ebd., 1682 Archidiakon ebd.; 1690 Archidiakon an St. Marien in Berlin (Müller/Küster 2, 491f; Matrikel Frankfurt/Oder 2, 108; Matrikel Wittenberg, 10; Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 26; Stolberg Nr. 3991f; Aland, 163. 165. 169).

35 Bandeco muß sich als Vertreter der orthodoxen Berliner Geisdichkeit gegen Spener bzw. den Pietismus geäußert haben. Spener hatte u.a. diesem Kollegen seine Behauptung der Hoffnung künftiger besserer Zeiten (s. Brief Nr. 78, Anm. 21) gewidmet. Bandeco disputierte im Jahre 1700 mehrfach unter dem Vorsitz Johann Friedrich Mayers (Pythagoras utrum fuerit Judaeus, Monachusve Carmelita? Hamburg 1700; Utrum fata religionum dependeant ab astris? Hamburg 1700; Joannis Bidelli vitam illusque sententiam Spiritum S. esse praecipuum Angelum, Hamburg 1700; zu Mayer vgl. Brief Nr. 17, Anm. 35).