Nr. 190 Ph.J. Spener an A.H. Francke 13.1.1700
681
seine arbeit reichlich. Er wird aber auch ein exercitium patientiae finden; der Herr helffe alles überwinden. Nechstens werden 2 brieffe einer von Herrn Gehren 28 und einer von Herrn Schaarschmid 29 überliffert worden sein, die ich Herrn B[aron] von Canstein 30 übergeben habe 31 . Unsre gute Frau Astmannin 32 ist widerum vor 4 tagen, als den ersten tag, als sie in das witwenhauß eingezogen, an ihrem blutaußwerffen gefährlich kranck worden. Der liebste Vater stärcke sie, und erhalte sie nach seinem gütigen rath. Wor- mit samt gantzem hauß der schützenden, kräfftigenden u. regirenden gnade Gottes hertzlich erlaßende verbleibe
Meines Hochgeehrten Herrn gev[atters] und Bruders zu gebet u. liebe williger
Philipp Jacob Spener D. Mppria.
Berlin den 13. Jan. 1700 an dem durch Gottes gnade mein 65. jähr schließe: Dem Herren seye danck vor alle seine gnade, er vergebe alle gebrechen, und helffe vollends hindurch biß in die selige ewigkeit.
Herren Herren August Hermann Francken Sanctissimae Theol[ogiae] pro- fessori publico ordinario zu Halle und pastori zu Glaucha.
Halle.
Franco
61 Er ( Es(?). 64 Astmannin ] Aßmannin: D.
28 Wohl das Schreiben Theodor Gehrs (s. Brief Nr. 117, Anm. 32) an Francke vom 7.1.1700 (AFSt/H C 16: 26).
29 Brief Justus Samuel Scharschmidts (s. Brief Nr. 111, Anm. 5) an Francke vom 14.11.1699 (AFSt/H C 296: 27; vgl. Brief Nr. 191, Z. 3-7).
30 Carl Hildebrand von Canstein (s. Brief Nr. 143, Anm. 1).
31 Vermutlich sandte Canstein die Briefe als Beilage zu einem eigenen, nicht überlieferten Schreiben an Francke.
32 Barbara Cordula Astmann, geb. von Lautter (Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 18). Lebensdaten wurde nicht ermittelt.