Nr. 201 PhJ. Spener an AM. Francke 27.3.1700

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Herrn Gevfatters] mit dem ministerio gedacht wird. 7 Also hat die Commis- 20 sion befehl alles gründlich zu untersuchen, und zu thun, was zu beybringung und erhaltung guter harmonie nöthig.

Die insp[ections] und ConsfistorialratsJ stelle dem Mann 8 anzupraesentiren 9 würde sich nicht schicken: solte aber etwas wegen der Genferal] Sup|e- rintendentur] geschehen könen, würde michs sehr freuen: alles aber zimlich 25 hangen an dem success der commission, um dero beglückung wir Gott an- zurufFen haben. Den tag der abreiß kan nicht determiniren 1 ", den das com- missoriale noch nicht unterschrieben", und verlangt er S[eine] Churfjürs- tlichej Durchlaucht 12 selbs unterthänigst zu sprechen. Darauff wartet man 30 aber stündlich. Daher mit anfang der woche darvor halte, das er sich auff den weg geben werde. Er grüßet durch mich freundlich, und verspahret die ant- wort auff mündliche zusammensprach.

Das schreiben an Herrn Bernhardi 13 hat soviel gefruchtet, das er selbs an Herrn geh[eimen] R[ath] von Fuchs 14 geschrieben 15 , und in die adjunctur consentiret hat. Hoffe also, die sache solle bald zur völligen richtigkeit kom- 35 men. Bedancke mich auch der zur gemeinen sache angewandten treue: die der Herr segne. Die desideria wegen Herrn Schräders 16 succession 17 secundire gern bey Herrn von Schweinitz 18 , wo er wider komet 19 . Herr Küderling 20 soll Herrn Langen 21 in Dernburg collega werden.

7 Die Stände des Herzogtums Magdeburg hatten am 20.3.1700 die Rücknahme der Verord­nung gefordert, nach der kein Prediger im Amt bestätigt wurde, der sich nicht vorher schriftlich verpflichtet hatte, auf Angriffe gegen die Hallenser Theologen von der Kanzel zu verzichten (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 130, 1691-1762, Bl. 121 r -122 r ; vgl. Deppermann, 128, und Brief Nr. 217, Anm. 3). Zudem beklagten sie in einem Memorial vom 24.3.1700, daß das Hallesche Waisenhaus in jeglicher Hinsicht in einem Zustand sei, in dem es der Intention des Kurfürsten nicht gerecht werden könne. Die Stände forderten als Bedingung für die Zahlung weiterer Gelder deshalb, daß die Waisenhausrechnungen durch die Magdeburger Regierung kontrolliert würden (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 131 b 2, 1698-1755, Bl. 410 u. 416; LHA Magdeburg Rep. A 6, Nr. 655, unpag.; vgl. Deppermann, 135f; zum Fortgang der Angelegenheit s. Briefe Nr. 217, Z. 11-19 und Nr. 218, Z. 10-50 und Anm. 8).

8 Johann Fischer (s. Anm. 4).

9 S. Brief Nr. 200, Z. 8f.

10 Zu Fischers Reise nach Halle s. Brief Nr. 190, Anm. 11.

11 Das Kommissoriale datierte bereits vom 20.3.1700 (s. Brief Nr. 200, Anm. 1).

12 Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11).

13 Wohl das Schreiben Franckes an Daniel Bernhardi (s. Brief Nr. 182, Anm. 6) vom 16.3.1700 (s. Brief Nr. 199, Z. 6-8 und Anm. 2 und Nr. 200, Z. 42f).

14 Paul von Fuchs (s. Brief Nr. 95, Anm. 4).

15 Nicht ermittelt.

16 Caspar Bartholomäus Schräder (s. Brief Nr. 16, Anm. 36).

17 S. Brief Nr. 200, Z. 19-31.

18 Georg Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5).

19 Von Schweinitz hielt sich in Magdeburg auf (s. Briefe Nr. 200, Z. 35f und Nr. 202, Z. 32-35).

2(1 Johann Gottlieb Küderling (1671-24.4.1739), geb. in Dalchau beijerichow; 1692 Studium in Halle; 1701 Diakon in Derenburg, 1709 Oberpfarrer ebd.; seit 1725 Pfarrer in Harsleben (Matrikel Halle, 108; Auskunft Pfarrerkartei der KPS).