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Nr. 201 PhJ. Spener an AM. Francke 21. 3. 1100
40 Das respfonsum] in causa Essendfiensi] 22 hat mich hertzlich vergnügt. 23 Gott seye darvor gepriesen, der gebe auch zu dem übrigen geist und gnade. Sende es mit ehistem. 24 Ich sehe, das es nicht gantz einerley fragen mit den meinigen sind. 25 Die edition A[ugustanae] C[onfessionis] und Apol[ogiae] 26 hätte darvorgehalten, das sie nicht eben viel mühe, sondern nichts anders
45 erforderte, als die wähl des correctesten und gewißesten exmplars (etwa Unterstreichung derjenigen stellen, die man wegen jetziger dinge von dem leser sonderlich beobachtet zu werden verlangte) und eine solche vorred oder dedication, die ein paar stunden arbeit erforderte. 27 Der nutze aber dörffte durch Gottes gnade groß werden.
so Im übrigen weil nun Herr Rau 28 mein collega 29 , und von mir an Palmfarum] introducirt werden solle, vacirt die armen prediger stelle: nun haben wir Herrn Lysium 30 darzu [im vorsch]lag. Es stehet aber auch dahin, ob derselbe nicht in unsre vorstatt kommen möchte. 31 Auff solchen fall bedörfften wir ein gutes subject 32 : und wird erfordert eine sonderliche gäbe zu predigen, um
55 in das armen hauß viel auditores zu ziehen, unverdroßner fleiß und gedult, sodann eine natur, die nicht eckelhafftig bey krancken. Es muß sonderlich drauff gesehen werden, das wir einen bekommen, der dem Rath auch so in die äugen leuchte, das er ihn, wo Herr Haber 33 , der schwach ist, stirbt, auch zum Hospithal beruffe 34 , in dem sich einer von der armen anstalt nicht wol
41 der ] und: D. 52 [im vorschjlag: cj (Fleck). 58 Haber ] Heber: D.
21 Nikolaus Lange (s. Brief Nr. 7, Anm. 12).
22 Responsum auf Anfrage aus Essen vom 8.12.1699 (s. Brief Nr. 194, Anm. 3 und 4).
23 Francke hatte Spener sein Responsum am 16.3.1700 zugesandt (s. Brief Nr. 199, Z. 9— 11).
24 S. Brief Nr. 208, Z. 4f.
25 Zu Speners Responsum auf die Essener Anfrage s. Brief Nr. 198, Anm. 6. Speners Responsum läßt nicht die in der Antwort aus Halle erkennbaren Interpretationsspielräume für positive Aspekte der Ansichten Johann Merkers (s. Brief Nr. 194, Anm. 1), die letztere unter Rücksicht auf die Auseinandersetzungen in Halle offenhielt (s. Brief Nr. 194, Anm. 4).
26 Zur geplanten Edition von CA und Apologie s. Brief Nr. 198, Z. 51—60 und Anm. 26f.
27 Zu Franckes Bedenken wegen der Edition s. Brief Nr. 199, Z. 12—18.
28 Johann Rau (s. Brief Nr. 134, Anm. 21).
29 S. Brief Nr. 198, Z. 68-70.
30 Johann Lysius (s. Brief Nr. 159, Anm. 7).
31 Lysius wurde 1700 Pfarrer am Friedrichswaisenhaus in Berlin und noch in demselben Jahr zweiter Pfarrer an St. Georg in Berlin.
32 Nachfolger von Lysius als Pfarrer am Friedrichswaisenhaus wurde 1701 Lorenz Gensichen (1674-1742), zuvor Pfarrer in Kothen (Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 239).
33 Samuel Haber (4.8.1627-9.3.1702), geb. in Schwerin a.d.W; 1651 Studium in Königsberg, 1659 Diakon in Schwerin a.d.W.; 1659 Pfarrer in Gartzig, 1668 Pfarrer am Hospital zum Heiligen Geist und St. Georg in Berlin, Pestilenziarius und Pfarrer in Berlin-Stralau (Matrikel Königsberg 3, 165; Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 284; PhJ. Spener, Christlicher Leich=Predigten Zwölffte Abtheilung, Frankfurt 1703, 140-168 [Personalia, 165-168]).
34 Gensichen trat 1703 auch die Nachfolge im Hospitalpfarramt an.