Nr. 201 Ph.J. Späterem AM. Francke 27.3. 1700
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sustentiren kan. Wir haben einige feine leute hier, aber ich förchte, das wir 60 diesen zweck mit ihnen nicht erlangen möchten. Solte von ihrem ort uns jemand wichtigers nach obgedachten requisitis recommendirt werden, wäre es uns lieb. Und muß man nicht allein auffs gegenwärtige, sondern auch künfftige hoffnung sehen. Der Herr regire alles zu seinen ehren.
Dem mit gantzer lieben familie hertzlich erlaßende verbleibe 65 Meines hochgeehrten Herrn u. gefvatters] zu gebet u. liebe williger Phfilipp] J[acob] Spener D. Mppria.
Berlin den 27. Mart. 1700 in eil.
Die einlage 35 hoffe, sie ihres orts zubefordern gelegenheit haben werden. 36
Herren Herren August Hermann Francken profjessori] Sanctissimae Theolfo- 70 giae] publico ordinjario] und pastori zu Glauche an Halle. Francö .
35 Nicht überliefert.
36 Francke fügt als Nachricht an Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36) und Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64) hinzu: „Ich bitte ohnschwer Geliebte Herren Collegi wollen hiebey schreiben, was man für ein subjectum in Vorschlag bringen könne. Meine Gedancken sind auf Herrn Töllnern juniorem gerichtet, der obige requisita haben möchte. A[ugust] H[ermann] F[rancke|" (zu dem hier gemeinten Christian Toellner s. Brief Nr. 203, Anm. 6). — Breithaupt antwortet: „An Herrn Töllnern habe nichts zu desidiren, nur hat denselben auch Herr Tögel bey voriger Post an Herrn D. Spener zum diaconat vorgeschlagen. Wäre es denn nicht Sache, daß man zugleich auff Herrn Christian Schräder zu Halberstadt reflexion machte? Solte das scriptum Crophii ein oder andre Stunde nicht gebraucht werden, müchte ichs inzwischen gern sehen, und könte es so bald es verlangt würde, wiederschicken. J[oachim] J[ustus] Breithaupt." (zu Immanuel Tögel s. Brief Nr. 168, Anm. 36; zu Christian Schräder s. Brief Nr. 203, Anm. 7; zu Johann Baptist Crophs Warhafft- und Gründliche[m] Bericht von der [...] Pietisterey [...] s. Brief Nr. 200, Anm. 38). Am linken Rand ergänzt Breithaupt: „Mihi [?] simul a domino Ludolffo Tibi reddenda." (bezieht sich wohl auf Briefe von Heinrich Wilhelm oder Hiob Ludolf [s. Brief Nr. 111, Anm. 1 bzw. Anm. 2], die Francke Breithaupt zur Kenntnisnahme überlassen hatte; von Heinrich Wilhelm Ludolf kämen hier insbesondere die Briefe aus Jerusalem [19./29.10.1699] und Kairo [20.12.1699] in Frage [AFSt/H D 71: 26-28]; Hiob Ludolf hatte Francke zuletzt im Dezember 1699 und Januar 1700 mehrere in Frankfurt a.M. abgefaßte Schreiben zukommen lassen [AFSt/H D 61: 212-232; D 85: 199f]). - Anton ergänzt: „Nihil est quod moneam. Antonius".