Nr. 21 7 Ph.]. Spener an AM. Fmncke 18.5.1700
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man wolte der stände desideria in nichts attendiren, hat er verlangt, das gegen 15 Herrn Gev[attern] darvon meidung thun möchte, solte selbs Commissarios mir vorschlagen und den modum tractandi wie ers verlangte determiniren 7 . Vielleicht leßt Gott das von feinden angegebene wider ihren willen zur gelegenheit eines guten werden.
Heut wird die Visitation zu Glauche Herrn D. Fischern 8 zu conferiren 20 resolviret sein 9 , also auch was die predigt nach endigung der commission 10 anlangt. Ich habe auch gelegenheit gehabt, einen anwurff wegen der Propstey zu Magdeburg zu thun, wo nun Herr D. Müller 11 nach Jena gewiß komt 12 (darvon so bald nachricht verlange, als es zuverläßig), ist Herr gehfeimer] R[ath] von Fuchs auff Herrn D. Fischer wol inclinirt, wo dieser sich darzu 25 disponiren laßet. Zu Herrn Hasseln 13 riethe ich nicht so gern. 14 Die zeit leidet dismal nicht mehr als das göttlicher gnade treulich empfehlende bezeuge zu verbleiben
Meines Hochgeehrten Herrn Gevfatters] und gelfiebten] Bruders zu gebet und liebe williger 30 Ph[ilipp] J[acob] Spener D.
Berlin den 18. Maj. 1700
Herr Meurer wolte mit dieser post fort 15 , verschiebt es aber wider auff die nechste.
17 /determiniren/. 23 nun ] nur: D. 24 | (darvon /so/ bald nachricht verlange, als es zuverläßig) I.
7 Tatsächlich schlug Francke selbst Kommissare vor und verfaßte das Commissoriale (vgl. Brief Nr. 218, Z. 27-43 und Anm. 8).
8 Johann Fischer (s. Brief Nr. 116, Anm. 52).
9 Zur Visitation der Glauchaer Gemeinde durch Fischer im Juni 1700 s. Briefe Nr. 210, Z. 12-17 und Anm. 7, vgl. Brief Nr. 214, Z. 33-35.
10 Zur Predigt Fischers am Ende der Untersuchungskommission s. Brief Nr. 213, Z. 13-16.
11 Philipp Müller (s. Brief Nr. 143, Anm. 22).
12 Zum Wechsel Müllers nach Jena s. Brief Nr. 216, Anm. 26.
13 Johann Heinrich Hassel (s. Brief Nr. 22, Anm. 25).
14 Zu Franckes Vorschlag, Hassel als Propst und Generalsuperintendenten nach Magdeburg zu berufen, s. Brief Nr. 216, Z. 34f. - Speners Zurückhaltung könnte sich daraus erklären, daß Hassels Position als Geheimer Rat, Konsistorialpräsident und Oberhofprediger in Coburg zu diesem Zeitpunkt bereits umstritten war: Im Juni 1700 wurde er wegen Verunglimpfungen seines Landesherrn Herzog Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld inhaftiert (vgl. Wappmann [s. Brief Nr. 22, Anm. 25], 27f. 51f; Abschriften der Untersuchungsakten im AFSt/H D 95: 501-681; zum Fortgang der Angelegenheit bis 1703 s. Brief Nr. 243, Anm. 8).
15 Meurer (s. Anm. 2) war offensichtlich im Begriff, nach Halle zu reisen (s. Z. lOf).