Nr. 224 Ph.J. Später an AM. Fmncke 21.8.1700

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Herr D. Fischer 4 auch nicht hat, noch mit keinem aug gesehen. Gott hat aber gnade gegeben, das Herr D. Fischer, wie uns gestern Herr gehfeimer] R[ath] von Fuchs 5 andeutete, zum Generfal] Superintendenten, Consistoriali, und soviel vernehm prof[essori] honorario declarirt 6 , darvon viel gutes hoffe, das der Herr zu beforderung seines reichs erfüllen wolle. 10

Hiemit sende 6 bogen der praefation zu Herrn Koepkens 7 tractat 8 , ist noch nicht völlig die helffte, nechste woche folget mit Gottes hilff der rest 9 , in dem alles geschrieben, u. nur zu revidiren. Gleichfals komt articful] 4 des c[apitels] 2 der responsorum 10 , manglen noch artfieul] 5 et 6, so ist cap[itel] 2 fertig. Weil aber c[apitel] 3 vor der meß 11 nicht wird absolvirt werden können: muß 15 Pars 1 mit den 2 capiteln vorlieb nehmen, u. c[apitel] 3 mit folgenden in Pjars] 2 kommen 12 : Sehe gern mit gelegenheit, was bißher getruckt worden, ob etwas in praefjatione] zu erinnern.

Auch bitte noch befragung Herrn D. Breithaupts 13 u. Herrn D. Antonfs] 14 wo dieser noch gegenwärtig, ich auch beide freundlich grüße, wie sich 20 Studiosus Haase von Trarbach an der Mosel 15 bey ihnen gehalten. Geschihet wegen Vorschlag einiger condition: gönnte ihm solche gern, wegen des mir lang bekannt geweßten Vaters 16 , weil aber ungleiches von ihm höre, möchte gern gewißheit haben, mich nicht zu verstoßen.

sagung in Halle bekannt gemacht worden (Text der Kanzelabkündigung im LHA Magdeburg Rep. A 5, Nr. 908, Bl. 6-11; vgl. Bericht dessen/ [...], aaO, 26-30).

4 Johann Fischer (s. Brief Nr. 116, Anm. 52).

5 Paul von Fuchs (s. Brief Nr. 95, Anm. 4).

6 Fischer wurde am 2.9.1700 zum Generalsuperintendenten und 1. Konsistorialrat des Her­zogtums Magdeburg sowie zum Spezialsuperintendenten des Saalkreises ernannt (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 129, 1701-1702, Bl. 469f [Abschrift]; vgl. Deppermann, 141) und trat mit letzteren beiden Ämtern die schon länger diskutierte Nachfolge von Johann Christian Olearius (s. Brief Nr. 20, Anm. 3) an (vgl. Briefe Nr. 184, Anm. 15, Nr. 186, Z. 3-15 und Anm. 8, Nr. 187, Nr. 188, Z. 3-15, Nr. 190, Z. 46-56 und Nr. 200, Z. 8-11). Die offizielle Einführung erfolgte aber erst nach dem August 1701 (vgl. Spener an Paul von Fuchs, 4.8.1701, GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 130, 1691-1762, Bl. 143 u. 147). Zur weitergehenden Diskussion um die Inspektion über das Hallesche Stadtministerium s. Briefe Nr. 225, Anm. 5 und Nr. 227, Z. 3-18.

7 Balthasar Köpke (s. Brief Nr. 16, Anm. 42).

8 B. Köpke, Sapientia Dei in mysterio crucis Christi abscondita [...] (s. Brief Nr. 203, Anm. 22).

9 Ein entsprechendes Begleitschreiben Speners ist nicht überliefert.

10 Bed. 1.

11 Spener kann hier sowohl die Frankfurter als auch die Leipziger Michaelismesse 1700 meinen.

12 Der 3. Teil wurde Bestandteil des 1701 erschienenen 2. Bandes der Bedenken.

13 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

14 Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64).

15 Johann Christian Haase (Hase) aus Trarbach an der Mosel, am 3.11.1699 in Halle immatri­kuliert (Matrikel Halle, 204). Lebensdaten wurden nicht ermittelt.

16 Möglicherweise handelt es sich um den Spener bekannten Frankfurter Buchdrucker Johann