Nr. 225 A.H. Francke an Ph.J. Später 24. 8. 1700

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ten Mr. Bail 23 gehabt, der ein gar frommer und stiller Mensch ist, von ihnen aber sehr hart tractiret worden. Finden die Prediger keinen Schutz, so sehe ich eine schöne thür bey dieser nation offen, so man billig zu foviren. Herrn von der Lühe 24 wil mit nechstem antworten. 25 Herr D. Anton 26 ist noch hier. 27 Herrn Elers 28 habe alles eröffnet. 29 Er bittet, daß doch mit ersten das letztere geschicket werde von den responsis. 30

Womit der Gnade des höchsten erlaßend verharre

M [eines] thfeuresten] Vfaters] Gebethschfuldigster]

A[ugust] Hfermann] Francke. Mppria.

Halle den 24. Aug. 1700.

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23 Da ein hauptamtlicher Prediger dieses Namens nicht bekannt ist, könnte es sich um den Bruder von Susanne Baile, die seit 1698 zusammen mit Louise Charbonnet (s. Brief Nr. 144, Anm. 2) das Gynäceum leitete (vgl. Witt, 109f. 114. 142f; AFSt/H D 43 a : 345f.360f.385f.388f), undjeanne Baile (vgl. Witt, 110, Anm. 141; AFSt/H A 113: 3. 141f. 197f; A 116: 127-130; D 68: 396399) handeln. Susanne Baile hatte beide Geschwister nach Halle gezogen (vgl. Witt, ebd.). Der Bruder arbeitete in der Apotheke des Waisenhauses und erlernte ab 1703 in Magdeburg das Strumpfwirkerhandwerk (vgl. Francke über das Waisenhaus, [Juni 1703], AFSt/H D 43'': 379; Charbonnet und S. Baile an Johann Daniel Herrnschmidt, 16.11.1704, AFSt/H, aaO, 388f).

24 [Johann (?)] von der Lühe (s. Brief Nr. 84, Anm. 19).

25 Nicht nachweisbar.

26 S. Anm. 5.

27 Eine Reise Antons zu diesem Zeitpunkt läßt sich nicht nachweisen.

28 Heinrich Julius Elers (s. Brief Nr. 3, Anm. 7).

29 Absprachen wegen der laufenden Veröffentlichungen Speners (s. Brief Nr. 224, Z. II­

IS

30 Bed. 1. Gemeint ist offensichtlich, daß Spener die noch ausstehenden Artikel 5 und 6 des Kapitels der Bedenken möglichst bald schicken solle.