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Nr. 225 AM. Francke an Ph.J. Spener 24. 8. 1700

auff Dr. Eilmarn zu Mülhausen 8 und den Superintendenten zu Langensaltz 9 , beyde harte und berühmte adversarios, (nicht mehr auff Treuem 10 der sonst gleiches Schlages,) welches ja summo studio zu decliniren. Herr Dr. Neus"

15 oder Herr M. Thiem 12 wären sonst gute Leute hier gewesen. Mir ist auch beygefallen, ob nicht hac occasione nun die subordinata inspectio scholarum et Gymnasiorum mir und Herrn Cellario 13 unter der direction des Herrn Fischers gegeben werden könte, weil es doch einmal ab Electore rescribiret, und durch purer Boßheit und Neid hintertrieben worden.' 4 Fiat autem, ut

20 placet Domino.

Von Herrn Haase 16 kan sich Herr Dr. Breithaupt nicht eigentlich erinnern, es wil aber nicht am besten von ihm lauten, wiewol ohn Gewißheit, daß es ihm schade. 17 Gegen die Frantzösischen Prediger 18 sind die Frantzosen auch einkommen , und nimmt sich Herr Jablonski 20 der Sache an -1 , und

25 haben jene groß unrecht, Schiebens aber subdole auff einen Lutheraner von Montbfeliard] 22 , da sie doch ihre Sontägliche Erbauung bey einem reformir-

12 Eilmarn ] Eilmann: D. 16 nun ] -D. 17 /et Gymnasiorum/. 21 nicht J + (all).

8 Georg Christian Eilmar (6.1.1665-20.10.1715), geb. in Windeberg; 1684 Studium in Wittenberg (1686 Magister); 1689 Pfarrer in Grabe, 1691 Substitut und 1693 Diakon in Langen­salza; 1696 Superintendent in Heldrungen, 1698 Dr. theol. in Wittenberg und Archidiakon in Mühlhausen, 1714 Oberpfarrer und Konsistorialrat ebd. (DBA 273, 270; Jöcher EB 2, 848f; Pfarrerbuch KPS 2, 433f).

9 Christoph Stander (24.5.166020.5.1710), geb. in Naumburg; Studium zunächst in Jena (1681 Magister), 1686 in Leipzig; 1687 Prof. am Gymnasium in Weißenfels, 1692 Lic. theol. in Jena; ab 1692 Oberpfarrer und Superintendent an St. Stephan in Langensalza (DBA 1209, 177-179; Jöcher 4, 764f; Matrikel Leipzig, 435; Matrikel Jena 2, 774; Auskunft Pfarrerkartei der KPS).

10 Gottlieb Treuer (s. Brief Nr. 187, Anm. 6).

11 Heinrich Georg Neuß (s. Brief Nr. 181, Anm. 23).

12 Clemens Thieme (s. Brief Nr. 158, Anm. 14).

13 Christoph Cellarius (s. Brief Nr. 49, Anm. 28).

14 Zu dem entsprechenden Reskript vom 18.9.1699 s. Brief Nr. 177, Anm. 24. Zur Über­tragung der Schulinspektion auf Francke und Cellarius war es durch den Widerspruch Carl von Dieskaus (s. Brief Nr. 178, Anm. 10) nicht gekommen (s. Brief Nr. 184, Anm. 9 und 15).

15 Vgl. EG 365, Strophe 3 und 443, Strophe 6.

16 Johann Christian Haase (s. Brief Nr. 224, Anm. 15).

17 Zu Speners Anfrage wegen Haase vgl. Brief Nr. 224, Z. 1924.

18 Zu den Predigern der französisch-reformierten Gemeinde in Halle s. Brief Nr. 224, Anm. 19.

19 Nicht nachweisbar.

20 Daniel Ernst Jablonski (s. Brief Nr. 214, Anm. 24).

21 Vgl. Jablonski an Francke, 13.9., 23.9. und 24.9.1700 (AFSt/H C 214: 3-5).

22 David Nikolaus Berdot (s. Brief Nr. 224, Anm. 18). - Am 11.10.1700 übersandte das Magdeburger Konsistorium Francke den bisherigen Schriftwechsel wegen der Predigten in Pri­vathäusern (s. Brief Nr. 224, Anm. 19) und verlangte außer einer Stellungnahme, daß Francke Berdot nicht weiter in seinem Hause beherbergen solle (AFSt/H D 84: 192). In seinem Antwort­schreiben erläuterte Francke Berdots Tätigkeit im Paedagogium und betonte, daß dieser nicht in seinem Haus wohne (AFSt/H, aaO, Bl. 190f [undatierte Abschrift]).