816 Nr. 240 Ph.J. Spam an [A H. Fmncke] 28. Juni 1101
240. Ph.J. Spener an [A.H. Francke] 1
Berlin, 28. Juni 2 1701
Inhalt
Sendet den Anfang von Kapitel 6 seiner Bedenken und erläutert drucktechnische Änderungen zum Gutachten des Frankfurter Ministeriums über Schriften Johann Melchior Stengers aus dem Jahr 1670 darin.
Überlieferung
A:- 3
D: Aland, Spenerstudien, 174f 4
Göttliche gnade, friede und Heil in unsermjesu!
In dem selbigen hertzlich geliebter Bruder, wehrter Herr und Gevatter.
Wie gern ich das verlangen nach exemplar von den responsis 5 längst erfüllet hätte, war mir doch zwischen Ostern u. Pfingsten, da mich die meiste arbeiten in predigten treffen (ich aber meines alters Schwachheit in nichts klahrer spühre, als das die hand im Schreiben langsamer werde, daher das concipiren gegen vorher fast doppelte zeit wegnimmet) nichts müglich anzufangen, nach Pfingsten aber gieng die reise nach Liechtenburg 6 vor, u. nach der rückreise, warteten meiner all zu viel Dinge: endlich nach abgelegter arbeit voriger woche danck [?]- und bußtags 7 , habe C[apitel] VI vorgenomen, und sende
4 u.: cj ] v.: D. 5 predigten: cj ] predigsten: D. 8 u.: cj ] v.: D.
' Die Tatsache, daß für den vorliegenden Brief Speners ein Antwortschreiben Franckes vorliegt (2.7.1701, Brief Nr. 241), spricht dafür, daß er tatsächlich an Francke und nicht, wie Aland vermutet, an Heinrich Julius Elers (s. Brief Nr. 3, Anm. 7) gerichtet ist.
2 Die von Aland gelesene Datierung auf den 28. Januar 1701 ist falsch, wie schon aus dem von Spener erwähnten kirchenjahreszeitlichen Kontext (s. Z. 4—8) hervorgeht.
3 Nach Alands Angaben befand sich der Brief in der SBPrKB. Deren Hinweis, daß das Schreiben inzwischen in der Bibliothek der Uniwersytet Jagiellohski in Krakow aufbewahrt werde, bestätigte der Vizedirektor der Kraköwer Bibliothek, Dr. Marian Zwiercan, nicht.
4 Offensichtliche Transkriptionsfehler Alands sind korrigiert und vermerkt. Runde Klammern bei der Auflösung von Ligaturen wurden nicht übernommen.
5 Gemeint ist wohl ein Probedruck der Bed. 3, deren Manuskript Spener Francke größtenteils bereits am 19.2.1701 zugesandt hatte (s. Brief Nr. 233, Z. 19-21 und Anm. 15). Vgl. Z. 9-14.
6 Spener war wohl am Donnerstag nach Pfingsten, 19.5.1701, nach Lichtenburg aufgebrochen (vgl. Canstein an Francke, [Mai 1701], Canstein/Francke, 117f, hier 118, und Speners Predigt in Lichtenburg am 25.5.1701 [Grünberg Nr. 53]) und vor dem 4.6.1701 zurückgekehrt (vgl. Canstein an Francke, 4.6.1701, Canstein/Francke, 120). Zu Speners jährlichen Besuchen in Lichtenburg s. Brief Nr. 120, Anm. 1.
7 Überliefert ist Speners Bußpredigt vom 22.6.1701 über Ps 64,10 (Ph.J. Spener, Christlicher Buß=Predigten Besonderer Dritter Theil [...] [s. Brief Nr. 120, Anm. 1], 305-320).