Nr. 240 Ph.J. Spener an [A.H. Francke] 28. Juni 1701
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darvon Articfkel] 1 distinct[io] l 8 mit der hoffnung hinführo, wo Gott keine sondere hindernus schicket, jede 2. oder 3. post einen solchen fasciculuni zu schicken 9 , darzu hoffe die feriae Consistorii (in dem heut 8 tag der letzte sitztag ist) sollen mir darzu beforderlich sein.
N[umeris] 6 und 7 10 liget nur ein blatt 11 in dem das angedeutete auß dem getruckten abzusetzen ist, und zwahr ist Herr B[aron] von Canstein 12 (der noch nicht von Dreßden widergekomen 13 ) exemplar, so ich corrigirt, und er bereits überschickt haben, oder sobald er komt, stracks überschicken wird. Die ursach der correctur ist, weil als unser responsum in Erffurt getruckt worden 14 , der die curam gehabt 15 , alles was Herrn Stengern einigermaßen graviren könne, in margine notirt und groß getruckt: ich will aber, das das responsum wie ander getruckt, und nichts anderes als allegata mit größerer schrifft exprimirt werden sollen: wie es auf der schedula 16 notirt, in dem son- sten der setzer das unterstrichene größer setzen würde, wie sonst gewehnlich, hie aber das gegentheil intendirt wird. Darauff der setzer acht zu geben. Die 25 zeit leidet nicht mehr: als der nechst treuer erlaßung in des himlischen vaters gütige obhut verharre
Meine hochgeehrten Herrn u. gel[iebten] Bruders zu gebet und liebe williger
Ph[ilipp] J[acob] Spener D. Mppria. 30 Berlin den 28.Jun. 1701 17
28 hochgeehrten: cj ] hochg: D. 28 u.: cj ] v.: D. 31 Juri.: cj ] Jan.: D.
8 Bed. 3, 1-144.
9 Entsprechende Sendungen bzw. deren Begleitschreiben lassen sich nicht nachweisen.
10 Vom Erfurter Rat erbetenes Bedenken des Frankfurter Predigerministeriums vom 20.7.1670 zu Johann Melchior Stengers (s. Brief Nr. 36, A11111. 1) Schriften zur terministischen Gnadenlehre (Bed. 3, 15—62 = Sectio 7 [irrtümlich datiert auf den 10.7.1670]) mit einem Begleitschreiben gleichen Datums (Bed. 3, 14f = Sectio 6; Spener, Frankfurter Briefe 1, Nr. 72). Zu den Auseinandersetzungen um Stengers Auffassungen im Jahre 1670 vgl. U. Sträter, Philipp Jakob Spener und der „Stengersche Streit" (s. Brief Nr. 36, Anm. 1).
11 Nicht überliefert.
12 Carl Hildebrand von Canstein (s. Brief Nr. 143, Anm. 1).
13 Von Canstein war am 20.6.1701 nach Dresden gereist und kehrte zwischen dem 28.6. (vorliegender Hinweis) und dem 2.7.1701 nach Berlin zurück (vgl. Canstein an Francke, 17.6. und 2.7.1701, Canstein/Francke, 121f).
14 Censura Stengeriana. Oder Wahrer Abdruck derer Bedencken/ So die Löbl. Theologischen Facultäten zu Wittenberg und Jehna/ wie auch E. Wohl=Ehrw. Ministerium deß Heil. Rom. Reichs Stadt Franckfurth/ Auff E.E. Hochw. Rahts der Stadt Erffurt bitliches begehren über [...] Joh. Melchior Stengers, In Druck außgangenes also genantes Buch/ etc. und Einschärffung/ zusambt der von Ihm nachgehends herauß gestehen Declaration, abgefasset und ertheilet, Erfurt 1671, 96-154.
15 Vermutlich meint Spener den Erfurter Verleger Johann Georg Hertz (gest. 26.2.1694), seit 1664 Universitäts- und herrschaftlicher Drucker in Erfurt (Benzing, Drucker, 114).
16 S. Z. 15.
17 Aland weist darauf hin, daß er Nachtrage Speners zum vorliegenden Brief nicht berücksichtigt habe (Aland, 174, Anm. 2).