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Nr. 244 Ph.J. Spater an [A.H. Francke] 23.7.1701
244. Ph.J. Spener an [A.H. Francke]
Berlin, 23. Juli 1701
Inhalt
Hat mit Rößler aus Stettin nicht gesprochen. — Erklärt nochmals Vorgehensweise wegen Johann Heinrich Hassel. — Sendet eine Beilage für den Studenten Johann Friedrich Werder.
Überlieferung
A: AFSt/H A 125: 126 D: Kramer, Beiträge, 472
[...]' Herrn D. Rößlern auß Stettin 2 hätte gern gesprochen, u. mich als den brieff 3 laß, deßen gefreuet. Ist aber nicht zu mir gekommen. Gott führe ihn immer näher herbey. Wegen Herrn Haßeis 4 wünsche, das die sache vor sich gehe 5 ; aber bey der Königin 6 vermag ich nichts. Wie ich in 5 jähren nicht an sie geschrieben, weniger sie gesehen. Achte, weil Herr D. Carpzov 7 und in Torge Herr D. Hoffkuntz 8 viel bey ihr gelten, das das gemüth von mir abgezogen. Daher meine recommendation nicht nutzen kan. Es hat aber Herr B[aron] von Canstein 9 an Frau v. GersdorfF 1 " geschrieben 11 , die mehr auß- richten kan. Inlage 12 bitte an Herrn Werdern studfiosum] von Potstam 13 zu
1 Der Anfang des Briefes ist weggeschnitten.
2 Nicht ermittelt.
3 Nicht nachweisbar. — Das Schreiben eines Herrn „Rossel" erwähnt auch Carl Hildebrand von Canstein (s. Anm. 9) in einem Brief an Francke vom 19.7.1701 (Canstein/Francke, 123f, hier 123; vgl. auch die Erwähnung von „D. Rössel" in von Cansteins Brief von Anfang August 1701, Canstein/Francke, 126f, hier 126).
4 Johann Heinrich Hassel (s. Brief Nr. 22, Anm. 25).
5 S. Brief Nr. 243, Z. 12-22 und Anm. 8.
6 Christiane Eberhardine, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen (s. Brief Nr. 243, Anm. 6).
7 Samuel Benedikt Carpzov (s. Brief Nr. 33, Anm. 26).
8 Christian Hofkuntz (Hoffkuntz) (20.6.1651-30.11.1711), geb. in Sagan in Schlesien; 1669 Studium in Wittenberg und 1674 in Leipzig (1675 Magister); 1677 Archidiakon in Torgau, seit 1682 Superintendent ebd., Beichtvater Christiane Eberhardines von Sachsen; 1687 Dr. theol. in Wittenberg (DBA 555, 62-87; Jöcher 2, 1650; Matrikel Wittenberg, 177; Matrikel Leipzig, 187; Auskunft Pfarrerkartei der KPS). — Hofkuntz veröffentlichte Schriften antipietistischen Inhalts.
Carl Hildebrand von Canstein (s. Brief Nr. 143, Anm. 1).
10 Henriette Katharina von Gersdorf (s. Brief Nr. 5, Anm. 10).
11 Nicht überliefert.
12 Nicht überliefert.
13 Johann Friedrich Werder (6.8.1678-8.2.1727), geb. in Potsdam; 1697 Studium in Halle (1701 Magister); 1704 Rektor in Potsdam, 1707 Diakon an St. Nikolai ebd.; 1721 Superintendent in Zehdenick bei Templin (Matrikel Halle, 476; Pfarrerbuch Brandenburg 2/1, 949f).