gesandt wird? Oder, mit welchen Gewißen kann er darnach auf-
treten, er sey seines göttlichen Beruffs versichert? Oder wie will
er sich retten Zur Zeit der eußer- und innerlichen Anfechtung? Ich
habe noch neulich einen, der anhalten wollen, gefraget, ob er gewiß wiße,
daß sein Anhalten Gott gefalle? und befunden, daß Ers nicht ge-
wust. Wer es mehr probiren will, wird es ordinarie also finden.
(3) Sinceritatem scopi, daß einer, der umb einen dienst anhalten
will, solches nicht thue umb seines Bauchs, oder umb seiner Ehre
willen, oder sonst aus dieser oder jener jrrdischen Absicht. Denn,
wie wollen wir sonst wieder die Bauch Pfaffen reden, wenn
wir an ihnen billigen, daß sie umb leiblicher Versorgung willen
ein Kirchen-Amt begehren. Sie brauchen zwar, damit sie bey Chri
bleiben, eine distinction inter scopum primarium et secundari-
um, aber, man muß dem Teuffel so leicht nicht glauben, denn
er leugt, es ist sein scopus primarius; daher nennet man ei-
nen guten dienst, der viel einträgt, und darbei wenig Arbeit
hat, und einen schlechten Dienst, da wenig bey zu beißen und zu
brechen ist. Es mag aber primarius oder secundarius scopus seyn
sollen, so kann ein wahrhaftiges Kind Gottes seinen Scopum auf
das Zeitliche nicht richten, eingedenck der Ermahnung Christi:
Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Ge-
rechtigkeit p. Fraget sich nun: wie wird es denn mit dem andern?
Es wird euch solches alles zufallen. Einsmahls gratulirte ich einem
de Episcopatu, so antwortete Er, es sey zwar noch nicht gewiß,
solte aber was draus werden, so habe Er sein Stückbrod gewiß.