Es ist hier ein theil Luth[eri] Kirchenpostill der alten edit[ionis] von Ostern biß
Adv[ent] zu kauff, ich bin gebeten worden solches zu berichten, weil Sie
darnach sollen gefraget haben, und dero famulus vorhin den ersten
theil also alt bekommen haben solle. Bey meiner Gemeine
mehret sich der Seegen. Doch ist man stille, vielleicht weil man
hoffet, meiner bald gar loß zu werden. Am weyhe nacht fest
haben sie mir als die Kinder gefolget, und alles faßnacht wesen unter-
lassen, da es sonst noch immer üblich gewesen. Haben auch nicht dawider
gemurret, sondern die Thorheit u. Sünde erkant. Darüber ich in Erff[urt]
so viel erleiden müßen. Meine Betstunden werden noch sehr fleißig
besuchet, und haben augenscheinlich Seegen. Hiemit erlaße der
Gnade Gottes, wünsche die Freude Gottes über die Bluth und
Frucht seines Reichs zum neuen Jahr, verharrend
Adv[ent] zu kauff, ich bin gebeten worden solches zu berichten, weil Sie
darnach sollen gefraget haben, und dero famulus vorhin den ersten
theil also alt bekommen haben solle. Bey meiner Gemeine
mehret sich der Seegen. Doch ist man stille, vielleicht weil man
hoffet, meiner bald gar loß zu werden. Am weyhe nacht fest
haben sie mir als die Kinder gefolget, und alles faßnacht wesen unter-
lassen, da es sonst noch immer üblich gewesen. Haben auch nicht dawider
gemurret, sondern die Thorheit u. Sünde erkant. Darüber ich in Erff[urt]
so viel erleiden müßen. Meine Betstunden werden noch sehr fleißig
besuchet, und haben augenscheinlich Seegen. Hiemit erlaße der
Gnade Gottes, wünsche die Freude Gottes über die Bluth und
Frucht seines Reichs zum neuen Jahr, verharrend
Meines theuresten VatersGehorsamer Sohn.M. Augustus Hermann Francke.
Glauche an Halle
d. 31. Dec. 1692.
d. 31. Dec. 1692.
Abgedruckt in: Spener, Philipp Jakob: Briefwechsel mit August Hermann Francke (1689-1704). Hg. v. Johannes Wallmann u. Udo Sträter in Zusammenarbeit mit Veronika Albrecht Birkner. Tübingen 2006, S. 260-262.