Lieder, deren man sich darinnen bedienet, sind
nicht allein die Alten, sondern auch die Neuen,
wie es denn ja billich vor einen Seegen dieser
Zeit zu nehmen ist, daß so viele schöne geistreiche
Lieder in diesen Jahren, sowohl durch das Darm-
stättische, als Hallische Gesang Buch ans Licht
kommen sind, die man solcher gestalt zum gemei-
nen Nutzen und Erbauung anwenden kann.
§ VII.
In der Abend Betstunde pflegt man ein Ca-
pitel, oder, da es zulang ist auch wohl nur ein-
halbes vorzulesen, daraus ein und andere po-
rismata zu deduciren zur Lehre, Ermahnung, Trost
und Warnung, und aufs kürtzeste zu appliciren.
In der Frühe Betstunde wird ein Capitel, oder
da es zulang ist, nur die Helffte oder der dritte
Theil desselben aus Johann Arnds Christen-
thum vorgelesen, der Inhalt kürzl. angezeiget,
und daraus eine kurtze Vermahnung angestellet.
Beyde mal aber wird mit einem Gebeth, geschloßen,
etwa auf Arth und Weise, als in dem Glauchischen
Gedenkbüchel, so vor etlichen Jahren zu Halle ge-
druckt worden, abgefaßet ist. An ein gewißes
Formular bindet man sich nicht.
$ VIII.
Dieses möchte denn wohl das Vornehmste