blieb ihr Gemüth, als man sehen kunte , in steter Gedultd
und Zufriedenheit, sintemahl das hertzl. Verlangen und die in-
brünstige Liebe, welche sie zum Herrn Jesu hatte, ihr alle
bitterkeit versüßete, die sie vom Tode schmeckete. Sie ist
diese 5 Tage da sie kranck, gewesen eine //aber indenenselben auch eine// rechte Predigerin
gewesen denenjenigen, die gesehen und gehöret haben, was
mit ihr binnen der Zeit vorgegangen ist; wie sie noch
bey gesunden Tagen ihr ~Hertz alzeit zum Herrn gerichtet
hatte, also blieb sie in derselben auch in ihrer Kranckheit
an dem Herrn hangen, und wünschete nichts mehr, als aufge-
löset und bey Christo Jesu zu seyn. Sie freuete sich sehr auf
den Tag ihres Abschiedes und wolte länger nicht auf der //Welt// bleiben
,
auch nicht davon hören, wenn man ihr sagte: daß sie wohl
wieder gesund werden und länger leben würde. Nein,
sagte sie, ich will lieber sterben, denn da komme ich
zu meinem Heyland
. Gleich, da sie kranck ward, ver-
langete sie ihre andern Praeceptores, daß sie
mit ihr beten solten. Beym Besuch merckten wir //dieselben//, daß
der h. Geist sehr kräfftig in ihr würckete. Alle Worte,
die sie redete, waren gantz ernstlich, und voller Glauben
und Liebe zu Gott. Also, daß wir //man sie// ihr anitzo nicht durffte
lehren //durfte//. sondern vielmehr von ihr lernen muste
Als man //sie// wegen ihrer Kranckheit sie fragte: