AnHerrn Lemke zuEbenezer.
WohlEhrwürdiger,
in dem HErrn hertzlich geliebter
Bruder,
 
Da ich hiermit Ihre werthe Briefe angenehmes vom 26ten
Febr. und
13. Maii a. c. beantworten will,
so kan ich zuvörderst nicht unterlassen, mei-
ne hertzliche Freude und Vergn über die
Führung des Ihre treuen Gottes in Ihrer eheli-
chen Verbindung mit des seligen Herrn Gronau Frau
Witwe zu bezeugen. Ich kan nicht leugnen,
daß so wohl der werthe Herr Senior Urlsperger
als ich und andre Freunde, gleich von Anfang
gewünscht haben, daß Gott Ihr Hertz, wenn Sie
sich in den H. heiligen Ehestand begeben wolten,
auf dieselbe lencken möchte, wie ich auch in
meinem letzten Briefe an H Ihren den lieben
Herrn Pastor Bolzius gemeldet habe, ob
zwar Bedencken getragen, Ihnen darinnen
etwas vorzuschlagen, fanden es lieber Gottes
Fügung gäntzlich überlassen wollen. Nachdem
//Er// es nun der HErr zu unserer aller Vergnügen
wircklich also geschehen lassen, wie wir ge-
wünscht; so zweifele nicht, da der redliche Sinn
Ihrer nunmehrigen werthen Ehegenossin be-
kannt ist und von der gantzen Gemeine erkannt
wird auch ihr voriger der liebe selige Herr Gro-
nau //den Seinigen// einen grossen Segen auf vor seinem
Gebete //und Treue// hinterlassen hat, es werde diese
so wohl getroffene Wahl auf alle Arth
weise und in gar vielerley Absicht //Ihnen// zu einem
recht grossen Segen werden, wie Sie denn
selbst denselben auch bereits erkennen.
//und// Wie ich denn selbst gestehen muß, daß in
dieser Hoffnung ich auch zu Euer WohlEhrwürdigen selbst
mein Vertrauen zu Ihnen selbst durch diese
Wahl vermehret worden, da ich gewiß
glaube, daß //Ihrer Gehülfin// deren Fleiß und Ernst im
Gebete und Übung des Christenthums
sie ihnen zu desto mehrere Erweckung der Brün-
stigkeit und Überwindung aller Trägheit

in Ihrem Christenthum und Amte