und observiren kann, mithin //Ihnen// auch nicht alle erfor-
derliche Erinnerungen geben kann; so haben Sie es
für eine //so viel grössere// Wohlthat zu erkennen, daß Sie sich des
Herrn Bolzii weise und aus vieler Erfahrung herrühren-
de Erinnerungen und Anweisungen sich zu nutze
machen können. 2.) daß Sie Ihres Berufs nach Eben-
ezer bey Erkentniß Ihrer Schwachheit gewiß sind,
und daher die letztere sich nicht niederschlagen lassen,
sondern Gott, der aus nichts etwas machen //kan// vertrauen,
er werde nach seiner Treue zu dem Beruf, in den
er sie hineingeführet, die nöthige Leichtigket selbst
geben und wircken. Wer wir nur unsere //seine// Schwach-
heit und Untüchtigkeit recht erkennet und sich dadurch
fein ins Gebet zum Gebet antreiben läst, den Go
kann Gott am besten brauchen. Mangelt jemand
Weisheit und also auch Erfahrung, Erkenntniß,
Eifer, Brünstigkeit, Treue etc. oder bitte solches alles
was er nur nöthig hat, von Gott, so wird es ihm
gegeben werden. Ist eine Verheißung, die keine ande-
re condition bey sich hat, als des Gebets und des
rechten Anhaltens in demselben. 3.) daß Sie erkennen,
daß Sie nöthig haben in der Armuth des Geistes zu-
zunehmen, sich von allen Hindernissen des Wachsthums
in der Gnade immer besser loszumachen, und dahin
zu trachten, daß Ihr Hertz durch Gnade recht vest
werde; und daß solches Ihr vornehmstes Ge-
schäffte sey, welches denn ein seliges //und gesegnetes// Geschäffte ist, wo-
von Sie reichen Segen haben werden. 4)
//und 4) hat mich erfreuet daraus zu ersehen,// daß
Sie des
Herrn Bolzii Gaben, Weisheit und Erfahrung erkennen,
und eine Hochachtung auch Liebe und Vertrauen zu
ihm haben, daher ich denn hoffe, daß Sie sich des
Vortheils einen sochen erfahrnen Vorgänger zu haben,
ferner desto //sorgfältiger und treuer// treuer bedienen werden, zumal da Sie
selbst erkennen, daß Sie sich vor diesem die Gelegenheit
durch der den Zuspruch der Vorgesetzten in der Erkentniß und
Erfahrung zuzunehmen nicht so fleißig zu nutz gemacht,
als Sie itzt wünschten, daß Sie es gethan hätten. Es
könte //aber auch// eine Zeit kommen, daß Sie bereuen möchten, wenn
Sie sich des Herrn Bolzii Rath und Anweisung nicht so ge-
braucht und davon so profitiret hätten, wie Sie
//wie Sie künftig einmal, gethan zu haben wünschen würden// ge-
könnet
. Ich zweifle aber daran nicht, Sie wer-
den