ein, der uns in Canal hätte können große Dienste thun, und
hat, biß letzten Donnerstag angehalten, daß man also auf
guten Wind so lange warten müßen. Nunmehro aber soll denn
endlich die Reise vor sich gehen, vor den völligen Antritt derselben
aber werde mir die Freyheit nehmen noch mahl zu schreiben.
Der treue Vater im Himmel wolle unter deßen Herrn Boltium
stärcken, daß er unter seiner vielen Arbeit nicht erliegen möge.
Mein Verweilen in London komt mich betreffend wohl zustatten,
und hoffe unter gottlichen Segen und Beystand davon künfftig vielen
Nutzen zu haben. Der HErr weiß was am besten ist, und
welches die beste Stunde ist, darum will ich schweigen und ihn laßen
walten. Was Gott mir durch den Dienst des Herrn Hoff-Predigers
an Seel und Leibe für Gutes erzeiget, deßen halte mich gantz,
unwürdig, und werde demselben gütigen Gott nimmer davor gnung
dancken können, wozu ich mich doch aber täglich erwecke. Uber
Schwäglichkeit des Leibes kann ich nicht klagen; Dieses wäre
es denn was in kindlichem Vertrauen habe wollen schreiben,
womit ich in aller Liebe und Hochachtung verharre
 
Euer Hochwürden
Meines theuren und lieben Herrn Professoris
 
gehorsamer
Sohn
Hermann Heinrich Lemcke
London den 8 Octobr. styl. v.
1745.