EbenEzer den 27 Novemb. 1765
 
Kommet, wir wollen wieder zum HErrn, denn Er hat uns
zerrißen, er wird uns auch heilen; Er hat uns geschlagen,
er wird uns auch verbinden. Hos. 6.
 
 
Hochwürdiger und Hochgelahrter,
In unserm ewig lebenden Gott theuergeschätzter Herr Doctor,
 
 
Es hat mein lieber Collega Herr Rabenhorst an Euer Hochwürden nach
der letzten Verordnung des nun der Seelen nach im Himmel leben-
den Herrn Boltzius geschrieben, dabey wir es denn auch dieses mal haben
wollen bewenden laßen. Es nöthigen mich aber einige Umstände noch einige
geringe Zeilen mit bey zulegen. Sie betreffen 1) die Bücher, die wir vor
einiger Zeit durch Euer Hochwürden väterliche vorsorge für unsere Kirche
und Schulen, wie auch für andere Leute unserer Confession empfan-
gen haben. Von diesen Büchern hat Herr Wertsch einen guten Theil
um einen billigen Preis verkaufft und dafür Pfund 21 eingenommen.
Von diesem Gelde sagte mir Herr Boltzius einige Wochen vor seinem seligen
Abschiede, daß ich es Euer Hochwürden zu berechnen hätte; ersuche demnach Die-
selben, Sie wollen uns gütigst melden, was mit diesen Gelde zu machen.
Ich habe eine unvollkommene Wißenschafft davon, wie es unser lieber
Herr Boltzius mit den ihm anvertrauten Geldern gehalten, und weil
ich wuste daß er deshalb genugsame Instruction hatte, auch von Zeit
zu Zeit seine Rechnung an unsere Hochwürdigen Väter gesandt, so habe keine
Neigung und auch das Hertz nicht gehabt ihn mit Nachfragen zu
beschwehren, am wenigsten in seiner letzten Kranckheit. Um deswillen
wir wol Unterricht brauchen.
2) betreffen sie die nach dem Ableben des Herrn Thilo in seinem Hause noch
angetroffene Artzeneyen, welche ihm theils von Hall, theils auch einsmals
 
Herrn Doct. Franckens Hochwürden