Beylage zu dem Brief an Seine Hochwürden, Herrn Doctor
Francken.
Die Frau Boltziusin läßt ihren gehorsamsten Gruß und
Segens-Wunsch vermelden. Sie hat in ihrem betrübten Witt-
wen Stande die irregularitaet ihres Herrn Sohnes mit be-
kümmerten Hertzen vernommen, da sie gehoffet, daß ein
beßerer Grund in ihm sey. Was sie an ihn schreiben laßen,
wird hier offen mit bey geleget.
Ihr seliger Herr habe ihm zwar doch mit ihrer Einwilligung
und Gutbefinden die Plantage zugedacht und ihm zu derselben
in seinen Briefen in redlicher Absicht einige Hoffnung ge-
macht, aber kein Versprechen gethan, so er auch nie gewolt,
dieweil er nicht wuste, wie sich die Umstände ändern möchten.
Wenn es aber auch wäre, so dürffte doch der Herr Sohn darauf
keine große Rechnung machen, denn 500 Acker mögen wol
in Teutschland einen großen Namen haben, hier aber haben
sie nicht so viel auf sich.
Da sie nun Gott in den Wittwen Stand gesetzt, so möchte sie,
wenn sie länger leben solte, und die Plantage verkauffen
könte, (denn sie weiß sonst nichts mit derselben zu machen) das
zu lösende Geld selber nöthig haben; und so wäre es ihr wol
Segens-Wunsch vermelden. Sie hat in ihrem betrübten Witt-
wen Stande die irregularitaet ihres Herrn Sohnes mit be-
kümmerten Hertzen vernommen, da sie gehoffet, daß ein
beßerer Grund in ihm sey. Was sie an ihn schreiben laßen,
wird hier offen mit bey geleget.
Ihr seliger Herr habe ihm zwar doch mit ihrer Einwilligung
und Gutbefinden die Plantage zugedacht und ihm zu derselben
in seinen Briefen in redlicher Absicht einige Hoffnung ge-
macht, aber kein Versprechen gethan, so er auch nie gewolt,
dieweil er nicht wuste, wie sich die Umstände ändern möchten.
Wenn es aber auch wäre, so dürffte doch der Herr Sohn darauf
keine große Rechnung machen, denn 500 Acker mögen wol
in Teutschland einen großen Namen haben, hier aber haben
sie nicht so viel auf sich.
Da sie nun Gott in den Wittwen Stand gesetzt, so möchte sie,
wenn sie länger leben solte, und die Plantage verkauffen
könte, (denn sie weiß sonst nichts mit derselben zu machen) das
zu lösende Geld selber nöthig haben; und so wäre es ihr wol