sehr lieb, wenn die Schuld ihres Sohnes nach dem von Euer Hochwürden
ihm gemachten Vorschlag von ihm selber bezahlt werden könte;
solte sich solches aber nicht thun laßen, so wolle sie im Vertrauen
auf den himmlischen Vater hergeben, was sie habe. Sie be-
daure nur schmertzlich, daß Euer Hochwürden derenthalben Mühe und
Sorge haben, und dennoch gereiche es ihr auch zum großen Trost,
daß Dieselben sich solcher aus großer Gütigkeit unterziehen,
und könne sie nicht umhin in guten Vertrauen zu Deroselben treuen
Gewogenheit, von welcher sie so viele Proben erfahren, und von der
sie innigst wünschet, daß solche von dem Herrn Sohn möge gebürend
erkant und zum Vergnügen angewendet werden, Dieselben
demüthigst zu ersuchen, sich ihres Sohnes [ferner] väterlich im
geistlichen und leiblichen anzunehmen; zumal derselbe nun ein
Vaterloser Wayse worden; wofür sie von Hertzen danck-
bar seyn, und eine ewige Vergeltung bey dem HErrn erbitten
helffen wolle.
Die Artzney, welche für den seligen Herrn Pastor Bolzius gratis
geschickt worden, hat die Frau Boltziusin richtig empfangen,
und sie ist von Hertzen danckbar für dieselbe.
Der HErr gedencke des Wercks und der Arbeit der Liebe, die
Euer Hochwürden um seines Namens willen an EbenEzer so viele Jahre
bewiesen, und laße Dieselben dafür reichlich erndten hier in der
Zeit und dort in der seligen Ewigkeit!
H. Heinrich Lemcke.