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Titelaufnahme

Titel
Reisetagebuch eines Theologiestudenten.
Genannte Person(en)Berger, Joachim Ernst ; Breuer, Johann Friedrich ; Campe, Christian ; Ende, Baron von ; Friedrich Wilhelm I., Preußen, König ; Gedicke, Lambert ; Haack, Friedrich Wilhelm ; Hahn, Benedikt Friedrich ; Herold, Christian ; Kusch, Simon Jacob ; Luther, Martin ; Manitius, Adolph Gebhard ; Mittwede, Johann Christoph ; Müller, Matthias Bernhard ; Rau, Johann ; Reinbeck, Johann Gustav ; Roloff, Michael ; Sandvoss, Johann Christoph ; Schmidt-Gothanus ; Schönemann ; Schrader, Maria Elisabeth ; Schubert, Heinrich ; Stange, Johann Heinrich
Ort / DatumHalle (Saale), 25.04.1732-12.05.1732
Umfang / Format39 S.; 20,4 cm x 16,7 cm
SpracheDeutsch
Anmerkung
Bitte beachten Sie, dass die Erschließung den Hauptinhalt des Dokuments wiedergibt. Die vorliegenden Zusammenfassungen und Schlagwörter erheben damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Signatur AFSt/M 5 C 5 : 22
Besitzende EinrichtungFranckesche Stiftungen zu Halle. Archiv
Körperschaft(en)Salzburger Exulanten
SachschlagwörterSalzburger Exulanten ; Reise ; Katholik ; Protestantenverfolgung ; Protestantismus ; Buße ; Sündenvergebung ; Tod ; Auferstehung ; Ewiges Leben ; Erbauung ; Sünde ; Kartenspiel ; Betstunde ; Unfall ; Ordination ; Beichte ; Predigt ; Abendmahl
Geografische SchlagwörterBad Belzig ; Berlin ; Berlin-Charlottenburg ; Berlin-Friedrichstadt ; Brück ; Dessau ; Elbe ; Halle (Saale) ; Potsdam ; Preußen ; Roßlau (Elbe) ; Zörbig
URNurn:nbn:de:gbv:ha33-1-173928 
Zusammenfassung

Verfasst in Ich- und Wir-Form; Bericht eines namentlich nicht genannten Theologiestudenten über seine Reise von Halle über Potsdam nach Berlin als einer von mehreren Seelsorgern Salzburgischer Exulanten. S. 422: Am 25. April verließ der Verfasser mit den Salzburgern Halle. Ihm wurde von den Emigranten erzählt, wie die Papisten im Salzburgischen Kontrollen durchführten und diejenigen verhafteten oder zu Geldstrafen verurteilten, die ein evangelisches Buch besaßen. Die Schulmeister haben versucht, die Alten zum Schwur auf die katholische Religion zu zwingen. Die Salzburger wurden vom Verfasser nach ihrer Treue zum evangelischen Glauben befragt.S. 423: Ein Emigrant erzählte, daß die Kinder der Katholiken nicht lesen lernten, weil sie sonst Ketzer würden. Die Salzburger müßten statt des Vaterunsers beten: "Vater - der du bist in Rom".S. 424: Auf der Reise der Salzburger von Halle nach Berlin konnte der Verfasser, der den Zug begleitete, einen Einheimischen zur Buße bewegen.S. 425: Ein Junge antwortete auf die Frage des Verfassers, ob er katholisch geworden wäre, wenn man ihm viel Geld dafür geboten hätte, daß man durch Geld nicht von den Sünden loskommen könnte. Zu Mittag blieben die Auswanderer eine Stunde in Zörbig, wo die Einwohner von deren Gottesfurcht sehr beeindruckt waren. Auf einem Wagen sprach der Verfasser mit einem 73jährigen Salzburger, der sich lieber erschießen lassen wollte, als katholisch zu werden.S. 426: Ein anderer alter Mann verurteilte vor allem die Anbetung Marias und den Vorrang der Messe vor der Predigt.S. 427: Mit fünf alten Frauen redete der Verfasser über den Tod, die Auferstehung und das ewige Leben.S. 428: Von einem anderen Wagen wurde der Verfasser kaum wieder weggelassen, da die Auswanderer bisher keinen christlichen Unterricht gehabt hatten.S. 429: Ein Jugendlicher erkannte, in welcher Finsternis er bisher gehalten wurde. Er war bereit, für Christus zu sterben.S. 430: Gegen 7 Uhr abends kam der Auswandererzug nach Dessau. Eine alte kranke Frau verstarb am nächsten Morgen.S. 431: Da es keine Gelegenheit gab, mit den Salzburgern eine gemeinsame Erbauungsstunde zu halten, suchten der Verfasser und die anderen Seelsorger bei ihrer Weiterreise das Gespräch in einzelnen Gruppen.S. 432: Besonders aufgeschlossen zeigten sich die Emigranten bei der Lehre über das ewige Leben. Gegen Mittag ließen sie sich über die Elbe setzen.S. 433: Über Nacht blieben sie in Rosslau. Bei seinem Besuch in den Quartieren sah der Verfasser zwei Männer, die aus Halle mit nach [Ost-]Preußen reisten, beim Kartenspiel. Mit beiden hatte er am Vortage über die Sünde gesprochen.S. 434: Er erinnerte sie daran, daß die Zeit für "solch eitle Dinge" wie das Kartenspiel ...S. 435: ... zu kostbar ist, da sie dazu genutzt werden soll, sich auf die Ewigkeit vorzubereiten.S. 436: Der Verfasser sieht dieses Ereignis als Zeichen dafür, daß bei den Einheimischen zwar viel Erkenntnis aber wenig Kraft im Herzen ist. Die Salzburger dagegen haben wenig Erkenntnis, dafür aber eine "beschämende" Kraft.S. 437: In den Wirtshäusern wurden Betstunden gehalten, wobei dem Verfasser einmal eine alte Frau ins Wort fiel und selbst mit so viel Bewegung über das Leiden Jesu erzählte, daß er sie nicht hindern wollte.S. 438: In Rosslau wurden die Seelsorger gut bewirtet. Sie waren überrascht über den niedrigen Preis.S. 439: Vor ihrer Abfahrt am 27. April beteten die Salzburger, begrüßten die Seelsorger und luden sie ein, auf ihren Wagen mitzufahren, um ihnen zuzuhören.S. 440: Während einer Rast setzten sich einige Salzburger auf die Wiese, lasen aus einem Buch und sangen. Weil die Fuhrleute zu schnell gefahren waren, stießen zwei Wagen zusammen, wobei sich eine Frau einen Finger zerquetschte. Der verantwortliche Kommissar prügelte auf den vermeintlich schuldigen Kutscher grausam ein, ...S. 441: ... und wurde daran auch von den Seelsorgern nicht gehindert.S. 442: Da die Emigranten am Sonntag ihre Reise fortsetzten und nicht in die Kirche gehen konnten, suchten die Seelsorger wiederum das Gespräch mit ihnen.S. 443: Der Verfasser wurde dabei von drei Fuhrleuten gestört.S. 444: Einer der Fuhrmänner verwickelte ihn in eine Diskussion darüber, daß er das Kartenspielen, Tanzen usw. zur Sünde erklärt.Auch viele Prediger würden Karten spielen. Der Verfasser meinte, daß solche Prediger ebenso zu verdammen sind.S. 445: Da sich der Fuhrmann nicht belehren lassen wollte, ließ ihn der Verfasser schließlich mit einer Ermahnung ziehen. Er solle bedenken, daß sein jetziges Tun für die Ewigkeit gilt.S. 446: In einem Wirtshaus wurde der Verfasser an seine Jugendsünden erinnert und bat Gott um deren Vergebung.S. 447: Er katechisierte einige Salzburger über die Heilslehre. In Belzig traf der Auswanderungszug mit den Salzburgern unter J. F. Breuer zusammen.S. 448: Am 28. April wurde dort Rasttag gehalten, wobei Betstunden stattfanden.S. 449: Während der Weiterreise katechisierte der Verfasser drei Jungen in der kleinen und großen Heilslehre, ohne daß diese dabei die Lust verloren.S. 450: Nach dem Mittag in Brück übernachteten der Verfasser und der Theologiestudent Kusch in zwei getrennten Wirtshäusern in der Heide. Die Salzburger blieben aus Platzmangel im Freien, hielten ihre Abendandacht und sangen an den Feuern. Als sie dabei von Fuhrleuten und Einheimischen gestört wurden, ...S. 451: ,,, ermahnte der Verfasser diese ohne viel Erfolg, so daß er nach dem Kommissar rufen mußte. In Potsdam angekommen, wurde den Emigranten Brot und Bier gereicht. Der König sprach zu ihnen nach seiner Rückkehr vom Exerzierplatz.S. 452: Die Salzburger wurden am Berlinischen Tor einquartiert. Am Nachmittag besuchten die Seelsorger die Informatoren des Waisenhauses Potsdam Mittwede, Müller, Sandvoss und Stange. Am Morgen des 1. Mai brachen die Auswanderer früh auf, um bald in Berlin zu sein.S. 453: Sie wurden vor der Stadt von einer großen Menge Volk empfangen, Pastor Campe hielt eine Begrüßungsansprache. Am nächsten Tag waren die Seelsorger bei Geheimrat v. Herold zu Mittag eingeladen, der sich - obwohl er krank war - der Sache der Salzburger sehr annahm.S. 454: Sie erfuhren vom Wunsch des Königs, die vier Studenten aus Halle als Prediger mit nach [Ost-]Preußen gehen zu lassen. Der Verfasser teilte aber Probst Gedicke seinen Wunsch zur Rückkehr nach Halle mit, da er erst zwei Jahre studiert hätte. An seiner Stelle ist nun Herr Hahn im Gespräch.S. 455: Die Ordination der anderen Kandidaten wurde auf Mittwoch festgelegt. Am Sonntag hörten die Salzburger Predigten in verschiedenen Kirchen Berlins.S. 456: Am Morgen und Nachmittag des 5. Mai wurden fast 400 Emigranten zur Beichte geführt.S. 457: Viele Berliner standen um die Beichtstühle herum und waren von der Einfalt, Erkenntnis und Frömmigkeit der Salzburger sehr bewegt. Am 6. Mai hielt Probst [J.] Rau eine Predigt über das Abendmahl.S. 458: Die Ordination der Studenten erfolgte am 7. Mai durch Probst Gedicke in der Garnisionskirche. Viele Salzburger haben bei den Geheimräten v. Herold und Manitius gespeist.S. 459: Am 9. Mai hat Kusch, am 10. Mai Haack mit je einer Gruppe Auswanderer Berlin verlassen.S. 460: Breuer und Hahn sind am 12. Mai mit der zuletzt angekommenen Gruppe von Salzburgern abgereist.

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