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Bibliographic Metadata

Title
Lebenslauf von Christlieb Augustin Jacobi.
AuthorJacobi, Christlieb Augustin
Named personsJacobi, Johann Andreas ; Jacobi, Paul Gotthold ; Jacobi, David Gotthardt ; Jacobi, Joseph Ehregott ; Jacobi, Christiana Elisabeth ; Jacobi, Juliana ; Jacobi, Gotthelf Heinrich ; Möbius, August Ferdinand ; Möbius, August Ferdinand
Place / DateAltona, 06.09.1812
Pagination / Format2 Bl.; 25,1 cm x 20,2 cm
LanguageGerman
Annotation
Bitte beachten Sie, dass die Erschließung den Hauptinhalt des Dokuments wiedergibt. Die vorliegenden Zusammenfassungen und Schlagwörter erheben damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Shelf markAFSt/M 3 L 11: 12
Providing InstitutionFranckesche Stiftungen zu Halle. Archiv
Corporate name(s)Universität Leipzig ; Universität Halle (Saale) ; Landesschule (Schulpforte)
Subjects / TopicsImmatrikulation ; Missionar / Kandidat ; Missionar / Nachwuchs ; Geburt ; Vater ; Schulbesuch ; Schulbildung ; Theologiestudent ; Predigerkonferenz
Subjects (Geographical)Dresden ; Halle (Saale) ; Hamburg-Altona ; Herrnhut ; Krim ; Leipzig ; Olbernhau ; Schulpforte
Publications
Neuere Geschichte der Evangelischen Missions-Anstalten zu Bekehrung der Heiden in Ostindien. Sechster Band. 65. Stück, Halle 1815, S. 415-421 [Aus.].
URNurn:nbn:de:gbv:ha33-1-176053 
Abstract

Verfasst in Ich-Form; Bericht von C. A. Jacobi über sein Leben bis zu seiner Immatrikulation an der Universität Halle und der Entscheidung, Missionar zu werden. Enthält u. a.: Geburt 1791 in Olbernhau; Mitteilung über den Vater Johann Christlieb Jacobi; Kindheit in Olbernhau, frühzeitiger Wunsch, Missionar zu werden; Schulbesuch in Pforta, Bekehrungserlebnis; Freundschaft mit August Ferdinand Möbius; Studium der Theologie in Leipzig; Angebot, als Kolonistenprediger auf die Krim zu gehen; Besuch einer Predigerkonferenz in Herrnhut; Entschluss, Missionar zu werden; Fortsetzung des Theologiestudiums in Halle.

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IIIF IIIF Manifest
Classification

 

Ich erblickte das Kicht der Welt am 26ten Mai. 1791 zu Olbernhau, einen Marktflecken nahe an
der Böhmischen Grenze im Sächsischen Erzgebirge, wo mein Vater M. Johann Adreas Jacobi, Oberpfarrer
pfarrer war. Ich erhielt in der heiligen Taufe den Namen Christlieb Augustin, waar aber in den ersten
Jahren meiner Kindheit so schwächlich, daß man durchaus keine Hofnung zu meiner Erhaltung hatte. Dies
ging meinen Eltern sehr nahe, und ich habe öfters mit vieler Rührun von ihnen gehört, wie sehr sie um
mein Leben zu Gott gefleht hätten. Man hielt es meiner schwächlichen Leibesbeschaffenheit wegen für
dienlich, mir mehr Freiheit zu verstatten, als man mir sonst, wenn ich gesünder gewesen wäre, zugetstanden
hätte. Hatte dies den Vortheil, daß ich nach und nach einen äußerst festen Körper erlangte, so daß ich jetzt alle
Strapatzen aushalten kann; so war doch zugleich auch der Nachtheil damit verbunden, daß ich in meiner Gegend
der wildeste Knabe wurde. Zum grösten Glück aber suchten mir meine Eltern frühzeitig fromme Gesinnungen
einzuglößen. Wie sehr legten sie mir ans Herz, die Bibel fleißig zu lesen. Alle Abend setzte sich der Vater oder
die Mutter an mein Bette und hielten mich zum Gebet an. Als ich älter wurde, mußte ich jeden Sonntag
in die Kirche gehen, die Kälte mochte noch so groß seyn. Hier muß ich aufrichtig gestehen, daß mich alle-
malm wenn ich die Kirche versäumet, eine unbeschreibliche Wehmuth und Sehnsucht nach dem schönen Gottesdiensten
des Herrn überfiel. Verstand ich gleich öfters nicht vie von der Predigt, so waren es dich die schönen Gesänge
[die] für mich so viel Herzerhebendes hatten. Nun sollte man denken, alles dieses würde einen großen
Einfluß auf meine Handelsweise gehabt haben; aber wie verderbt ist das menschliche Herz, ich ließ alle
meine Frömmigkeit in der Kirche. Kaum war ich aus der Kirche, als ich mich allen nur erdenklichen Aus-
schweifungen überließ; ich unternahm die tollkühnsten Sachen, gerieht unzähliche mal in Lebensgefahr
ich wurde verführt und verführte andere. Ach wie viel Thränen und Gebete habe ich meinen Eltern ge-
kostet; ich war unter allen meinen Geschwistern das ungehorsamste Kind, und dennoch hatten meine
Eltern eine besondere Vorliebe für mich. - oder unmöglich konnte ein Kind so vieler Thränen verloren
gehen. Meinem Vater mußte ich immer Rechenschaft von meinen Handlungen geben. Hatte ich nun
etwas böses gethan, so stellten wir die Sache so vor, daß ich einen Abscheu für jede böse Handlung be-
kommen mußte. er sagte öfters zu mir: Wenn du nun den Auegnblick sterben solltest, glaubtet
du auch in den Himmel zu kommen? Dies machte immer einen großen Eindruck auf mich, aber leider dauerte
es nicht lange, Hatte ich Strafe bekommen, so ging ich gewöhnlich in die Einsamkeit, weinte und bat Gott.
er sollte mir alles vergeben, ich wollte es nei wieder thun: aber ach! wie oft habe ich mein Versprechen
nicht gehalten! Einst wüthete die Ruhr in meinem Orte; die gante Zeit über ging ich in mich, und war
nicht mehr so wild, aus Furcht, Gott möchte mir auch diese Krankheit zuschicken und mich sterben laßen

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