doch auch gern um deßwillen einen großen Segen über Dieselbe und
die werthen Anstalten des Waysenhauses erbitten helffen, so dann ist ja
auch mit durchs Gebet fürnehmlich nur der gesuchte Zweck göttlicher Güte
zu erreichen, daß nehmlich das Hertz gantz zu Gott gezogen und der
Mensch zum Dienst deßelben tüchtig gemacht werde. Nun ich bin ver-
sichert daß der liebesvolle Gott mein Verlangen zu erfüllen unaus-
sprechlich bereit und willig ist, und mich der theuren Gabe des heiligen Gei-
stes so viel theilhafftig machen wird, als ich derselben nur fähig bin,
und muß mich nur von Hertzen schämen, wenn ich das gütige und geduldige
Verhalten eines solchen guten Gottes und mein sündlich und undanckbahres
Verhalten zugleich bedencke, der sich, ungeachtet aller meiner Unwürdig-
keit als die Quelle aller guten und vollkommenen Gaben gegen mich
beweiset, denn von seinen Gnaden-Güßen Leib und Seele zeugen müßen.
Tausend, tausendmal sey dir, großer König Danck dafür! Allein
ich bin zu weitläufftig, welches mir leid thut, das in mein Gemüthe so
tieff wingedruckte Andencken des vielen Guten, so ich in den werthen
Halle genoßen, und bey solcher Gelegenheit, wie die jetzige ist, wie-
der gantz neu wird, ist mit daran schuld, und wie sehr wünsche doch,
daß Gott Euer Hochwürden, seinem theuersten Werckzeuge, mit
tausendfachen Segen, Freude und Seligkeit alles, was Dieselbe
an mir gethan, und noch thun vergelten wolle! Amen er wird es thun,
und sein Wort über Sie erfüllen, daß er das, was mir dem aller-
geringsten unter seinen Brüdern geschiehet, als ihm geschehen ansehe und
ewig belohnen wird.
Es ist allerdings unter andern eine große Wohlthat für mich, daß
wie Euer Hochwürden erinnern, einen erfahrnen und geübten Vorgänger
und Collegen habe, den ich von Hertzen zu lieben, zu dienen und zu folgen