EbenEzer den 12 Jan. 1748
praes. 6tn Jul. d. a.
 
Hochwürdiger Hochgelahrter
In den HErrn Jesu Theuerster Herr Doctor,
 
 
Den 10 Septembr a. p. habe an Euer Hochwürden zu schreiben das
Vergnügen gehabt, damahls hat die gütige Vorsorge unsers lieben
Vaters im Himmel uns manche vortreffliche Gaben an Büchern,
Artzeney und andern Dingen zukommen laßen, welche uns aus
Dero väterlichen Liebe zu dieser Saltzburgischen Gemeine zugefloßen
waren; davon auch meines geringen Theils sowol von meinet als
unser lieben Gemeine wegen von Hertzen danckbahr bin. Der
unendlich gütige Gott, der Lust hat an Barmhertzigkeit, wolle
über Dieselben, um Dero großen Liebe willen zu uns, aus der uns
so mancher geistlicher und leiblicher Seegen zufließt, wieder Ströme
seiner Liebe ergießen, durch die Euer Hochwürden als einem himmlischen
Balsam erquiket werden und Sie allezeit und allewege die
Krafft des HErrn und seinen göttlichen Seegen an Dero Leibe und Gemüthe
mercken mögen, durch dieses Jahr und Dero gantzes Leben, in welchen
der gnädige Gott seinen Kirchen zum Besten //Dieselben// noch viele Jahre erhalten
wolle. Unser armes Gebet, so um deßwillen zu Gott abgeschicket
wird, wird derselbe ia um Christi willen nicht unerhört laßen,
und diesen schwachen Wunsch zu seinen Lobe und unserer
Freude erfüllen.
 
Herrn Doctor Francke