die so wol hier als in Savannah herum gegangen ist, und so viel mich
erinnere sind in diesen Kranckheiten nur 3 Kinder an der Angina
gestorben, für die aber bey uns wenig Artzney gehohlet worden, sondern
man hat sich eines andern bedient, welches manche um des willen thun
um meiner bey so vieler Arbeit zu schonen, müßen aber entlich doch
wol wieder kommen. Um deswillen achten wir diese Artzney
für eine recht große Wohlthat, und bitten Euer Hochwürden demüthigst
uns mit solcher nebst den schönen und gesegneten Büchern
ferner zu versorgen, solte es auch für Bezahlung geschehen
müßen, und Dero Hand um einiger ihrer Undanckbarkeit willen
nicht abzuziehen. Der gnädige Gott wolte unser armes Gebet
erhören um unsers theuersten Mittlers willen, und Dero gantz un-
verdiente Liebe mit ewigen Segen vergelten.
Wenn ich die Freyheit brauchen darff, so bitte denn Werthen
Herrn Diacon Niemeyer meinen hertzlichen Gruß und geringes An-
dencken zu vermelden.
Dem jungen Herrn Boltzio möchte gern die Worte zum Gruß schicken
Jos. 3.10. Prediget von den Gerechten etc. und weil sein Herr Vater offt-
malen für das Heil unserer Gemeine gebetet und geweinet hat son-
derlich in der letzten Zeit, so hat mich solches der Worte des Ps. 126
erinnert: Die mit Thränen säen etc. Die der HErr zu seinem Tro[st] an
ihm segnen wolle! Mit Gottes Hülffe wird bald was mehreres folgen.
Der HErr erhalte und stärcke Euer Hochwürden und laße uns Dero Werthen
Andencken vor ihm gewürdiget werden. Ich verharre in ergebenster Hoch-
achtung
 
Hochwürdiger und Hochgelahrter
Meines theuersten Herrn Doctoris
 
zu Liebe, gehorsam und Gebet verbundenster
H. Heinrich Lemcke
P. S. Eine Handschrifft von Herrn Wertsch
wegen der Bücher lege mit bey.
Zu meiner Hülffe ist der Brief von einem
unserer Kinder geschrieben worden, welches
Euer Hochwürden zum besten deuten wollen.