für keine Kirchen oder Churches, und das blos wegen der unterlassenen Immersion und Tauffe der Er-
wachsenen. Das habe ich aus dem Munde des gewesenen Richters der Federal Court Joseph Clay in
des BaptistPredigers Herrn Holcombes Hause in Savannah den 18. Jan. h. a. gehört, der nehmlich Tag war
der Tag seiner feyerlichen Ordination zu einen BaptistMinister. Dergleichen ist so lange als Savan-
nah steth noch nicht gesehen worden. Es hatte sich ein Gerücht ausgebreitet, daß Mister Clay schon ordinirt
worden wäre, es ward aber seine Ordination den 16. Jan. von dem BaptistMinister Rev. Henry
Holcombe Abends nach der Predigt angekündigt. Der BaptistPrediger Dr. Furman kam von Charles-
ton nach Savannah, den Mister Clay die OrdinationsPredigt zu halten. Er predigte 2mahl den 18. Jan.
Zur OrdinationsPredigt nahm er die Worte Marc. 16, 15.16 . Abends bey angezündeten Lichtern predigte
er über Luc. 12, 32 . Den 14. und 15. Jan. predigte er zweymal bei angezündeten Lichtern,
den 14. über Hebr. 11, 24.25.26 , den 15. über 4. B. Mos. 10, 29 . Dr. Furman sprach sehr
freundlich zu mir, und entschuldigte sich, daß er meinen Brief, in welchem ich ihm einen kurtzen Bericht
von den mährischen Brüdern gab noch nicht beantwortet hätte. Es ist aber bei mir großer Mangel an
Schriften von der BrüderGemeine, da ich hier keine sichere Gelegenheit ausfinden kann an sie z[u]
schreiben. Ein An ihren Schriften der neuern Zeit ist mir sehr gelegen, und gerade an diesen befinde ich
mich in Mangel. Es hat sich ein englischer Gentleman bei Savannah niedergelassen, der den
Brüdern in Pensylvanien einen bösen Namen giebt, er nennt sie ein deceitful people. Einer meiner
Schwager in Savannah Mister John Herb, der bei ihm Geschäfte hatte, sagte mir, ich hielte viel auf
die Moravians ich sollte einmal hören was ihm ein Mann ohne ihn zu fragen von freyen Stücken
gesagt hätte. Sie hätten jenes Mannes Vater betrogen weil er ihnen auf ihr Wort ohne sich etwas
schriftlich geben zu lassen, getrauet hätte. – Solche Beschuldigungen macht man auch andern Denomina-
tionen, und man hat gefunden, daß sie nicht selten ungegründet waren. Den 22. Dec. 1803
ward ein meiner County (Effingham) in SpringField, 11 englische Meilen von EbenEzer wo das Court-
house jetzt steth ein Mörder gehängt, er hatte 1801 am ersten WeynachtsFeiertage einen Mann
erschossen. Er saß 2 Jahre lang im Gefängnis in Savannah. Sein Name ist Messick aus Nordcarolina.
Man hat nicht das das geringste Zeichen einer Veränderung und Bekehrung an ihm wahrnehmen können. Eini-
ge EbenEzerische Leute wurden genöthigt als Jurymen das Todesurtheil mit über ihn zu sprechen.
//(den 1. Dec. 1803)// not guilty konnten sie ihn nicht einbringen, da sie ihn guilty einbrachten, so konnten ihn weder die Gerich-
te noch der Gouverneur pardoniren. Der ExecutionsTag war ein sehr betrübter und trauriger Tag wir
hatten Tag und Nacht ohne Aufhören heftigen Regen. Die Leute welche der Execution beywohnen m[ußten],
waren großen Beschwerungen unterworffen. Nicht die Reichen und Angesehenen, nur diejenigen wel-
che wenig Eigenthum (property) besitzen, sprechen Todesurtheile. Noch ein anderer welcher an der Mord-
that eben so vielen Antheil hatte, als der nun aufgehanckte, ward zugleich mit ihm vor den Justice of
peace gebracht, und dieser ließ es geschehen, daß Messicks MordGehülffe ein Bürgen vor sich stellte,
der 1000 Dollar zahlen sollte, wenn er weglauffen würde. Er hat aber gar kein Eigenthum, so muß
nunmehr der FriedeRichter zahlen. Weil er aber ein Mann von gutem Charackter ist, so verfährt man
nicht mit ihm nach der Strenge der Gesetze. Es hat sich einer erbothen vor 50 Dollars den entlauffenen
Mitmörder zu holen, er hat aber wenig Gehör gefunden. Manche üble Menschen welche in dem Ameri-
kanischen RevolutionsKriege nebst andern schändlichen Thaten auch Menschen ermordeten, raubten und plün-
derten, wurden so gar zu angesehenen Civil Stellen erhoben. Es starb in diesem Winter ein Chief Justice
Walton dem man wenig Gutes nachrühmt. Manche englische Baptisten waren im Kriege sehr