durch die Gnade s. guten Geistes von der Beschaffenheit unseres und anderer
Hertzen, wie auch von seiner überschwenglischen Gnade in Christo solchen
Unterricht und Einsicht geschencket, daß uns solche lectiones zu unserm
gantzen Leben, ja in der Ewigkeit nützl. seyn, und uns materie
zum Lobe des allein guten und gnädigen Gottes geben sollen.
Wir sind nun mit dem redlichen Vorsatz an Land getreten, alle
unsre Zeit und Kräffte zur Ehren unsers herrlichen Immanuels und
zur Errettung der armen Seelen anzuwenden. Er hat angefangen
uns mit den Eingeweyden s. Erbarmung anzuziehen, indem
wir die wehmütige Gestalt unseres Hertzens über den Jammervollen
Zustand so vieler elender Christen und Heyden in diesen Gegen-
den auszudrücken nicht vermögend sind. Er gebe uns Kräffte,
Weißheit und Gelegenheit zu ihrem Heil etwas beyzutragen, und
schencke uns immermehr Mittleiden und Begierde nach ihrer aller Heil.
Und da unser Erbarmer in uns schon Verlangen nach dem Heil
wie andrer Menschen, also insonderheit der armen Indianer gepflan-
zet hat, daß wenn wir sie auf unsern Händen ihm in s. Schooß
tragen könten, es unsere größte Lust seyn solte: so hoffen wir
festiglich, er werde uns bey Erlernung der Indianischen Sprache
(wozu unsere Begierde gar unbeschreibl. ist) alle Schwierigkeiten
überwinden helffen. Wir halten uns ietzt in der neu erbauten
Stadt Savana in Georgia auf nebst unsern Zuhörern und wißen noch
nicht gewis, wie viel oder welche Indianer wir zu unsern
nächsten Nachbahrn haben werden. So viel aber wißen wir
aus dem Munde des Herrn Oglethorpe, daß in der Cron
England unterworfenen Ländern fast unzehliche Indianer
leben, und bey vielen unter ihnen etwas Gutes ausgerichtet
werden könte. Gott helffe und führe uns! Unsere Gemeinde