als den Frieden Gottes in seiner Seelen zu bewahren,
und sich in die Wunden Christi fein sicher und tief
hin ein zu legen. Hier von zeigt auch sein herrliches
Büchlein: Haußgespräch von der Erlösung. Ihnen
wird das Exempel des seel. Elers noch bekanter, und
also desto eindrücklicher seyn. Ich habe ihn
meines Erinnerns nur 2. mahl gesehen, theils
im Buchladen, theils in der Kirche; und beyde
mahl habe ich von der seel. und ruhigen Beschaffenheit
seines Gemüths einen gantz besonderen Eindruck be-
kommen. Nach seinem Tode erfuhr ich von der
Cantzel, was die Ursache hiervon sey, nehmlich
daß er die Rechtfertigung nie von der Heiligung
getrennt, sondern sich allezeit in dem Erkänt-
niß seiner Sünden zu den freyen und offenen
Born wieder die Sünde und Uneinigkeit im Glau-
ben gehalten habe. Und meine Werthe Frau Arnoldin,
diesen Weg muß man, wie sie wißen, gehen,
wo die Ruhe unsers Hertzen erhalten und ge-
stärcket werden soll. Den Vorsatz habe ich auf dem
Schiffe gefaßet und oft erneuret, und er-
neure ihn ietzt aber mahl, daß ich in meinen
noch übrigen kurtzen Leben dahin arbeiten werde,
Christum den gekreutzigten in seinen blutigen
Wunden immer beßer kennen zu lernen, und
ihn mir ohn Unterlaß im Glauben als meine
Weißheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung,
wozu er uns von Gott selbst gemacht ist, zu zu-
rechnen, auch dis den Haupt-Inhalt meiner
Predigten seyn zu laßen. Das hält auch wie in allem
leiblichen Mangel, dadurch man leicht verun-
ruhiget wird, also sonderl. in den härtesten
Leiden und Versuchungen Stich. Gründet der
Mensch seine Seelen-Ruhe auf was anders außer
Christo, wenn es auch noch so gut scheine, so kan
ihm in schweren Leiden solcher Grund leicht weg-
gerißen werden, wo bleibet hernach die Ruhe? Den
Herrn Jesum aber und seinen Wunden kan uns weder