Worte lebendig ins Hertz geschrieben: Sey getreu bis in den Tod,
so will ich dir die Crone des Lebens geben. Nun sie hien-
gen mir das Gewehr über die Achsel mit den Riemen und
der Hauptmann sprach: So laßet ihn stehen, bis ich wieder komme.
Das währet von Nachmittag 3 oder 4. Uhr an bis Abends um
10. Uhr, unter der Zeit war von außen vieles über und wider
mich geredet und gespottet, aber in meinem Hertzen und Sinn
betrachtete ich mit großen Nutzen das Leiden und Sterben Je-
su Christi, ja tröstete mich auch seiner Auferstehung und
Himmelfahrt, daß mir also diese Creutzes-Last leich-
te wurde und die Stunden bald vorüber giengen. Zur
Nacht Zeit flehte ich den HErrn an, lehnete mich auf eine Bank
zu ruhen und wurde mir also wieder neue Kraft gegeben.
Des Morgens kamen etliche meiner Verwandten und gute Be-
kannten, waren betrübt und bezeugeten groses Mitleiden
über dem, was an mir geschehe, ich aber tröstete sie durch
des HErrn Gnade, weisete sie auf das vollkommene Vor-
bild Jesum Christum, welcher alles gedultig erlitten, sol-
ches kommt mir auch zu, seinem Exempel nachzufolgen, Gott
aber wird alles wohl machen sagte ich: Gebt euch deßwegen zu
frieden, preiset mit mir Gott, der aus Liebe zur Zeit die Leiden-
schaft sendet, mitten in der Noth mit seinem Gnaden-Trost
und Licht beystehet, ja alles zum besten wendet, auch zuletzt
vom