durch einsichtsvolle, urtheilsfähige Männer, von denen ich persönlich gekannt zu
seyn das Glück habe. In diesem Falle kann ich Ihnen jetzt schon einige schrift-
liche Beweise darüber mittheilen, werde aber mit Freuden noch mehrere
beyzubringen suchen von einigen meiner Herrn Docenten in Jena, wo
ich mich am längsten aufgehalten habe, und vom Fürstlichen Consistorium
in Rudolstadt. - Zwar sind meine Verwandten im Vaterlande erst nur
beyläufig von meinem Vorhaben unterrichtet, aber von hier erwarte
ich am wenigsten Schwierigkeiten; mein Vater wird mir seinen See-
gen nicht versagen, und sonst wird nichts im Stande seyn mich abzu-
halten. Auch vom Fürstlichen Consistorium hoffe ich Erlaubniß zu er-
halten. Wird mein Wunsch von Ihnen erfüllt, so verlasse ich zu Ostern Mecklenburg.
Und so schließe ich nun mit Wiederholung meiner Bitte, mich
mit einigen Zeilen, so bald es Ihre Zeit verstattet, zu beglücken,
und mir zu verzeihen, daß ich ein Unbekannter, Ihre Theilnahme
an dem, was mich bewegt, so eigenmächtig in Anspruch nahm,
und Sie nur zu lange mit Lesen dieser Zeilen verweilte.
Ich sehe sehnsuchts- und hoffnungsvoll Ihrer gütigen Antwort ent-
gegen, und verharre mit schuldigster, innigster Hochachtung
und Liebe
 
Ew. Hochwürden
 
Großen Plasten
bey Neustrelitz,
am 22. December
1816.
ergebenster
Ph. Sperschneider.