Dieses alles nun, was ich ein wenig weidleuffig ge-
schrieben, darf der Christlige leser nicht meinen ich be-
schwerde mich etwan aus ungeduld, das ich zuviel
gelitten, Nein. und ob ich schon etwas müßen lei-
den, ob ich es schon umb dieses willen nicht verschul-
det, so habe ich doch wegen vieler sünden, die ich gethan sehr
wol verschuldet, und wol noch ein mehrers, wen Gott
nach seiner gerechtigkeit mit mir handeln wollen,
es ist Ja gar nichts, und ich achte es auch für nichts
und wen ich im benckendorf von den Heiligen
Märttern läse, so muß ich mich recht schämen, das
ich gar nicht an mich gedencken sollen, weils aber von
mir begehret worden, so hab ich Meinen l. Herrn pf.
seinen verlangen ein vergnügen thun, wollen.
ich hatte wol noch mehr schreiben wollen, aber
achte es umb ein und der andern ursache we-
gen unnöthig, den dieser zeit leiden ist nicht wehrt
der herligkeit, die an allen glaubigen sol off-
enbar werden. wer wil solche fluten zehlen, solche noth
und tranen saat, ein gescheidter thuts verhälen
hald sich fest an Gottes raht, seinen trost auf Gott
er setzet, ob ihm schon die weld verletzet. wie gewohnt
zu thun die frommen, die durch glauben und gedult
endlich zu der ruhe kommen, und erlangen Gottes huld
also mag ein Christ genäsen, lebt in Christi geist und wesen.