2. Tagebücher / Selbstzeugnisse

Das Modul Tagebücher / Selbstzeugnisse enthält Schreibkalender mit handschriftlichen Eintragungen August Hermann Franckes aus den Jahren 1697 bis 1703, seine Tagebücher und Tagebuchfragmente aus dem Zeitraum von 1691 bis 1726 sowie einzelne Berichte und Berichtsfragmente Franckes, insbesondere über seine Reisen. Im Rahmen des DFG-Projekts "Erschließung und Digitalisierung von Selbstzeugnissen der Frühen Neuzeit aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen" (Laufzeit: 01.04.2018-31.03.2021) sollen weitere autobiographische Schriften Franckes, u.a. sein berühmter "Lebenslauff" digital und in Transkriptionen bereitgestellt werden.

Tagebücher

Die Tagebücher August Hermann Franckes aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen, ergänzt durch Fragmente aus der Staatsbibliothek zu Berlin, stellen erstrangige Quellen zur Person Franckes und zum halleschen Pietismus dar. Sie dokumentieren nicht nur den Tages- und Arbeitsablauf August Hermann Franckes, sondern auch die Organisations- und Verwaltungsstrukturen seiner Stiftungen, deren Verbindung mit der Universität Halle und deren weltweite Vernetzung.

Insgesamt handelt es sich um 15 chronologisch geführte Fakten- und Notatenjournale bzw. Fragmente aus dem Zeitraum von 1691 bis zum 31. August 1726. Von 1716 bis 1725 sind sie ganzjährig und von 1691-1692, 1692, 1714, 1715 und 1726 nur noch fragmentarisch überliefert.
Das Tagebuch von 1714 liegt bereits als eine wissenschaftliche Buchedition, herausgegeben von Veronika Albrecht-Birkner und Udo Sträter, vor.1

Der Umfang der Tagebücher aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen beträgt 5.779 Papierseiten. Hinzu kommen 29 Seiten aus dem sogenannten Francke-Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin. Für die Bereitstellung der entsprechenden Digitalisate einschließlich ihrer Veröffentlichungserlaubnis für das Francke-Portal gilt unser besonderer Dank den Verantwortlichen der Staatsbibliothek.
Mit Ausnahme des Tagebuchs von 1715 in Oktav bestehen alle Journale aus vorder- und rückseitig beschriebenen Blattsammlungen im historischen Kanzlei- bzw. Folioformat.

Sie stammen zum großen Teil von August Hermann Francke selbst und Heinrich Julius Elers (1667-1728), dem Inspektor der Buchhandlung des Waisenhauses, wobei sich deren Handschriften sehr ähneln und nicht eindeutig voneinander zu unterscheiden sind. Für das Tagebuch der "Reise ins Reich" von 1717 bis 1718 lassen sich zweifelsfrei Franckes Reisebegleiter, der Amanuensis Johann Ulrich Christian Köppen (1694-1763) und Franckes Sohn, Gotthilf August Francke (1696-1769), als Schreiber verifizieren. Am Tagebuch von 1725 arbeiteten mehrere Kopisten, darunter der Amanuensis Georg Friedrich Weise (1696-1781). Eine Ausnahme bilden die rudimentären Überlieferungen des Tagebuchteils vom Dezember 1714 und des Tagebuchs von 1715. Sie bestehen aus Exzerpten, angefertigt im Zusammenhang mit der unveröffentlicht gebliebenen Kirchenhistorie Johann Heinrich Callenbergs (1694-1760), von dessen eigener Hand einige Zusammenstellungen von Ereignissen sowie die Datumsangaben zu den abschriftlichen Eintragungen sind.

Digitale Bereitstellung und Transkription

Digital bereitgestellt sind alle Tagebuchüberlieferungen, die Schreibkalender und die Reiseberichte August Hermann Franckes. Sowohl die Digitalisate der Quellen als auch deren Transkriptionen stehen damit dem Nutzer als Synopse, aber auch getrennt voneinander zur Verfügung.

Die Transkription erfolgte unter Maßgabe einer weitestgehend vorlagegetreuen Text- und Zeichenwiedergabe. Gleiches gilt im Rahmen der technischen Möglichkeiten für die Zeilen- und Seitenformate.

Die Texte wurden modulübergreifend mit den Digitalen Sammlungen des Studienzentrums A. H. Francke verlinkt. Das betrifft innerhalb des Francke-Portals zum einen alle erwähnten Druckschriften August Hermann Franckes, die in Modul "Bibliographie der Schriften" verzeichnet sind. Zum anderen werden im Tagebuch erwähnte Briefe und Tagebuchbeilagen mit den Modulen "Tagebuchbeilagen" und "Epistolar" verlinkt.
Als Rechercheoption steht die Volltextsuche zur Verfügung.

Bitte beachten Sie:
Zeilenumbruchgetreu werden die Transkriptionen erst ab einer Mindestfensterbreite von 1200 Pixeln dargestellt. Geringere Pixelzahlen führen zu unerwünschten automatischen Umbrüchen im Fließtext und gravierender noch in den Randbemerkungen. Vereinzelte Abweichungen in den Formatierungen können auftreten und sind der Verwendung verschiedener Browser in verschiedenen Versionen geschuldet. Insbesondere bei Fließtext mit sowohl linken als auch rechten Randbemerkungen ist eine Verringerung des Zoomfaktors zu empfehlen.
Der Download der Digitalisate über das Portal ist aus rechtlichen Gründen nur für die Tagebücher und Ego-Dokumente aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen möglich.


Bitte um Ihre Mitarbeit

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns auf Fehler in der Transkription der Tagebücher aufmerksam machen würden. Bitte wenden Sie sich an Herrn Dr. Jürgen Gröschl.

Gefördert durch die

  1. August Hermann Francke: Tagebuch 1714. Hg. von Veronika Albrecht-Birkner und Udo Sträter in Zusammenarbeit mit Carola Wessel † und Victoria Franke. Halle : Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2014 (Hallesche Quellenpublikationen und Repertorien ; 13).