wort Gottes, hat und insonderheit zum
h. Predig amthat mir Gott von
Kindes Beinen an ins Hertz gesencket,
daß sich solches in äusserlichen Bezei-
gungen vielfältig herfürgethan, und
also auch meine Eltern beyderseits,
so viel mir wissend, nie einen andern
Sinn gefasset, als mich dem studio The-
ologico zu widmen.Im //doch hat sich solches im// 11ten biß 12ten
Jahr meines alters hat sich solches in-
sonderheit nachtrücklich herfürgethan.
Denn da erweckte mich Got sonder-
lich // Von meinem Vater wurde ich auch
in solchen Sinn fleissig erhalten, dazu
die genaue Auffsicht bey seinen Leb-
zeiten nicht wenig thäte. Da er aber
//Anno 1670// Todes verblichen, wurde ich zugleich
mit andern kindern voneinem //privat// Prae-
ceptoribus einige Jahre unterrichtet,
welche ob wol kleine Gesellschafft und
tägliche conversation ausserhalb
hauses, meinem Gemüthe, wie ich
nach der zeit wol erkant, nicht
wenig Schaden verursachte, und es
durch die vermeynte zulässige, aber
ohne genaue auffsicht nie in den
Schrancken bleibende, Kinder Lust, gar
sehr von Gott abgewendet, biß //ich// in
meinem 11ten biß 12 Jahr, so viel ich
mich erinnere, da ich wieder unter eigener
Praeceptorum privat auffsicht lebte,ich wieder auffs neue erwecket ward
durch ein gar schönes exempel
meiner recht christlichen und Gottlieben-
denPerson //nunmehr in Gott ruhenden und seeligen Schwester Anna Franckin//, welches ich täglich für Au-
gen hatte, und ihre ungeheuchelte Furcht
Gottes, Glauben, Liebe, Demuth, Lust
und Liebe zum wort Gottes, verlangen
nach dem ewigen Leben und viel ander
gutes an ihr erkante, auch über die-
ses von eben derselben //durch gute erbauliche reden// zu allem guten
eifferigst und beständigst ermahnet //gereitzet//
ward. Solches war bey mir so durch-
dringend, daß ich bald anfinge das
eitele wesen der Jugend, in welches ich
mich schon durch das böse Exempel
anderer Kinder ziemlich verliebet und
vertieffet hatte,und //daß es// von mir //(weil man es an mir als einem
Kinde, wie der welt Lauff ist
ohne großen wiederspruch eine
zeitlang erduldet hatte)//schon //fast// vor
keine Sünde mehr geachtet ward, ernst-
lich zu hassen, mich der unnützen Gesell-
schafft, Spielens und andern Zeit Verderbs
h. Predig amt
Kindes Beinen an ins Hertz gesencket,
daß sich solches in äusserlichen Bezei-
gungen vielfältig herfürgethan, und
also auch meine Eltern beyderseits,
so viel mir wissend, nie einen andern
Sinn gefasset, als mich dem studio The-
ologico zu widmen.
in solchen Sinn fleissig erhalten, dazu
die genaue Auffsicht bey seinen Leb-
zeiten nicht wenig thäte. Da er aber
//Anno 1670// Todes verblichen, wurde ich zugleich
mit andern kindern von
ceptoribus einige Jahre unterrichtet,
welche ob wol kleine Gesellschafft und
tägliche conversation ausserhalb
hauses, meinem Gemüthe, wie ich
nach der zeit wol erkant, nicht
wenig Schaden verursachte, und es
durch die vermeynte zulässige, aber
ohne genaue auffsicht nie in den
Schrancken bleibende, Kinder Lust, gar
sehr von Gott abgewendet, biß //ich// in
meinem 11ten biß 12 Jahr, so viel ich
mich erinnere, da ich wieder unter eigener
Praeceptorum privat auffsicht lebte,
durch ein gar schönes exempel
meiner recht christlichen und Gottlieben-
den
gen hatte, und ihre ungeheuchelte Furcht
Gottes, Glauben, Liebe, Demuth, Lust
und Liebe zum wort Gottes, verlangen
nach dem ewigen Leben und viel ander
gutes an ihr erkante, auch über die-
ses von eben derselben //durch gute erbauliche reden// zu allem guten
ward. Solches war bey mir so durch-
dringend, daß ich bald anfinge das
eitele wesen der Jugend, in welches ich
mich schon durch das böse Exempel
anderer Kinder ziemlich verliebet und
vertieffet hatte,
Kinde, wie der welt Lauff ist
ohne großen wiederspruch eine
zeitlang erduldet hatte)//
keine Sünde mehr geachtet ward, ernst-
lich zu hassen, mich der unnützen Gesell-
schafft, Spielens und andern Zeit Verderbs