se führete und gute Bücher lase, aber
in der Taht nichts von dem allen
die wahre Krafft nicht hatte, nemlich
zu verleugnen das ungöttliche
Wesen, und die weltlichen Lüste, und
züchtig, gerecht und gottselig zu leben,
nicht allein äusserlich, sondern auch
innerlich. Meine theologiam faste
ich in den Kopff, und nicht ins Hertz,
und war vielmehr eine todte Wissen-
schafft als eine lebendige Erkentniß.
Ich wuste zwar wol zu sagen, was
Glaube, Wiedergebuhrt, Rechtferti-
gung, Erneuerung p sey, wuste auch
wol eins vom andern zu unterscheiden,
und es mit den Sprüchen der Schrifft
zu beweisen, aber von dem allen
fand ich nichts in meinem Herzen,
und hatte nichts mehr als was im
Gedechtniß und in der Einbildung
bestunde
//phantasie schwebte.// Ja ich hatte keinen an-
dern concept vom studio theolo-
gico, als daß es darinnen bestehe,
daß man die collegia theologica
und theologische Bücher wol im
Kopffe hätte, und davon erudite
discouriren könte. Ich wuste wohl,
daß Theologia ein habitus practi-