3. Von den falschen Propheten, 1698

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wärtigkeit fürchten und allezeit des schlimsten tractaments gewärtig seyn. 14. Treue biß in den Tod. 15. Beständigkeit des Glaubens / auch in Lebens-Gefahr. 16. Kein Aergerniß dulden. 17. Keinen Irrthum noch Laster dissimuliren. 18. Busse thun für die Sünde seines Volcks. 19. Lebendiger Glaube und brennende Liebe. 20. Hertzlich Erbarmen und Sorge für die Armen. 21. Tägliches Wachsthum im Guten. 22. Sich setzen gegen diejenigen so Irrthum und Laster lehren. 23. An der Wahrheit treulich halten biß (142) in den Tod. 24. In der Treue gegen GOtt die ihm befohlene Wercke vollenden. 25. Sich nicht kehren an die Meynung / so die Welt von uns hat / noch sich darauff verlassen: sondern bedencken / daß man nichts sey / als was man vor GOtt ist. 26. Eyffer und Wachsamkeit für die Wohlfahrt dererjenigen / welche schei­nen dem Verderben am nähesten zu seyn in der Gemeine. 27. Ernstlicher Kampff umb seine eigene Vollendung / und daß man den ihm anbefohlnen Dienst völlig ausrichten möge. 28. Hertz und Gemüth allezeit mit den Pflichten seines Ambts be- schäfftiget halten. 29. Wachen und sich zum Tode bereiten / wie ein Knecht / der auff seinen Herrn wartet. 30. Sich bemühen / daß man die Seelen in ihrer Unschuld erhalte. 31. Sich befleissigen / daß man erkennen möge die Heiligkeit / (143) Gütig­keit und hohe Majestät des HErrn JEsu in seiner Gemeine; und überzeuget seyn / daß er den Schlüssel zu den Hertzen der Menschen hat / dahinein zu gehen / wenn er will / und sie für der Sünde zuzuschliessen. 32. Liebe und Treue gegen das Gesetz und Wort GOttes. 33. So lange in der Geduld aushalten / als es GOtt gefällt uns darinnen zu üben. 34. Treu seyn in der empfangenen Gnade / und die Gelegenheit nicht aus den Händen lassen das Gute zu thun / darzu man Beruffs wegen verbunden ist. 35. Brünstig seyn im Geist / und sich für aller Lauligkeit mit Fleiß hüten. 36. De- muth und Auffrichtigkeit seine Fehl und Gebrechen zu erkennen. 37. Ohn Auffhören bitten umb Wachsthum der Liebe und des Eyffers. 38. JEsum Christum in seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit anziehen. 39. Sich da( 144)hin bearbeiten / daß man sich selbst erkennen möge. 40. Die Züchtigungen von der Hand des HErrn annehmen / als Zeichen seiner Liebe und seines Willens uns zu reinigen / und unsern Eyffer zu erwecken. 41. Sich in dem Zustande bewahren / daß man allezeit vor GOtt treten könne Rechenschafft abzulegen.