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VII. Schriften zur Lebensführung
(17) Er keinen Ruhm in guten Wercken / ob Er gleich immer in guten Wercken lebet / in solchem Glauben siehet er nicht auff viel Wissen / denn da lernet Er daß Christum lieb haben besser sey denn alles wissen Ephes. III.19. In solchem Glauben siehet Er nicht auff andere Leute Fehler / denn Er hat gnug mit seinen eigenen zu thun. Wann Er aber seinen Nächsten sündigen siehet / bestraffet Er Ihn / wann Ihm GOtt Gelegenheit dazu gibt / mit mitleidigem und sanfftem Geiste. Im Summa: Durch solchen wahren lebendigen Glauben läst Er sich auch den H. Geist in allen seinen Wegen lencken / leiten / führen und regieren als ein warhafftiges Kind GOttes / und so er solte gestrauchelt haben / bleibt er nicht liegen / schmeichelt sich nicht in seinen Fehlern / sondern richtet sich selbst / damit Er nicht von GOtt gerichtet werde / 1. Cor. XI.31. stehet bald wieder auff / und wird also von Tage zu Tage frömmer / und leget das Böse immer mehr und mehr ab; ln( 18) dessen wartet Er mit Gedult und Glaubens voller Hoffnung des Tages seiner Aufflöhsung und der Erscheinung des grossen GOttes und unsers HErrn JEsu und der Krohne des ewigen Lebens / die Er gewiß von seiner Hand aus Gnaden empfangen wird.