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Nr. 7 AM. Fnmcke an Ph.J. Spener 15. 7. 7690

mit ihnen erquicket. Hier 19 ist mir von der Gr[äfin] von Stolberg 20 berichtet, daß die Prinzessin zu Wolffenbüttel 21 von Herrn Lüdersen auff einen gar guten weg und ernstliches Christenthfum] soll gebracht seyn. Von ihnen ist

35 mir bekant gemachet worden Herr Meinberger, Pfarrer zu Elbingeroda 22 , dem ich auch auff der durchreise zugesprochen, und mich mit ihm wiewol eine gar kurtze zeit im Herrn erquicket. Er hat auch um seiner treue willen etwas leiden müssen. Hat einen bruder in Leipzig wohnen, so ein kauff- mann ist in der Grimmischen Gassen wohnhafft. 23 Zu Hasselfeld habe Herrn

40 Lerchen 24 zugesprochen, den auch in einem feinen zustande gefunden. Der Herr bewahre alle die sein heyl lieben auff den Tag ihrer Erlösung. Von Jena nimmt meine hoffnung mehr zu als ab. Auff Herrn D. Bechmanns redligkeit finde nicht Ursache einen zweiffei zu setzen.

39 Zu ( Herrn(?). 39 habe(n).

schrieb; ab 1694 als Hofprediger in Hage/Ostfriesland Anziehungspunkt für Pietisten (DBA 834, 393-400; Jöcher 3, 364. EB 4, 1207; Matrikel Rostock 3, 230; Pfarrerbuch Braunschweig 1, 6. 37. 213; 2, 200, Nr. 2569; Grünberg 1, 244; Bartels, 390ff; J. Beste, Der Pietismus in der Braunschweigischen Landeskirche, in: ZGNKG 27, 1922, 113; A. de Boer, Der Pietismus in Ostfriesland am Ende des 17. und in der ersten Haelfte des 18. Jahrhunderts waehrend der drei letzten ostfriesischen Fuersten Christian Eberhard, Georg Albrecht und Karl Edzard, Aurich 1938, 96-106; Brecht, Spener, 360f; ders., Francke, 447; M. Jakubowski-Tiessen, Der Pietismus in Niedersachsen, in: GdP 2, 428-445, hier 432. 440).

18 Justus Lüders (gest. 1.8.1708), geb. in Querum; 1689 Hofprediger, Konsistonalrat und Prof. theol. in Wolfenbüttel; 1693 Verlust der Hofpredigerstelle, da er (wie Meyer, s. Anm. 17) das Pietismusdekret nicht unterschrieb, und Oberhofprediger in Quedlinburg; 1694 Generalsuper­intendent und Konsistorialrat in Halberstadt (DBA 788, 225226; Pfarrerbuch Braunschweig 1, 6; 2, 192, Nr. 2469; Schulz, 28-31; Jakubowski-Tiessen |s. Anm. 17], 432). - Lüders hielt Katechismusstunden für Kinder und Erwachsene.

19 In Erfurt.

211 Wohl Sophie Eleonore von Stolberg-Stolberg (s. Brief Nr. 5, Anm. 5).

21 Wohl Christine Luise, Prinzessin von Oettingen (21.3.1671-12.11.1747), seit 22.4.1690 Ehefrau Ludwig Rudolfs von Braunschweig-Wolfenbüttel (ScH WENN ICKE NF 1/1, Tafel 24).

22 Justus Philipp Meyenberg (gest. 26.12.1709), geb. in Clausthal im Harz; 1668 Pfarrer in Elbingerode im Harz, 1695 erster Pfarrer von Grubenhagen, seit 1708 zudem Generalsuper­intendent von Grubenhagen und auf dem Harz und Superintendent der Inspektion Claus­thal (Pfarrerbuch Hannover 1, 171f; G. Lindemann, Geschichte der Stadt Elbingerode i.H., Elbingerode 1909).

23 Heinrich Meyenberg, als Kramer 1672 von Clausthal nach Leipzig gekommen (StA Leipzig, Bürgerbücher Leipzig, Nr. 5, 1639-1682, 155a).

24 Johann Heinrich Lerche (30.3.1642-2.6.1700), geb. in Stolberg; Studium in Helmstedt, seit 1667 Pfarrer in Hasselfelde (Pfarrerbuch Braunschweig 2, 182; Jöcher EB 3, 1668; Stolberg Nr. 15040). Spener, der seit den 80er Jahren mit Lerche in Briefwechsel stand, schrieb 1685 die Vorrede zu Lerchcs deutscher Übersetzung von M. Havemann, Christianismi Duo Luminaria magna [...], 1633 (Zwei Lichter des wahren Christentums, Frankfurt a.M. 1685 [Grünberg Nr. 243]).

25 Friedemann Bechmann (26.7.16289.3.1703), geb. in Elleben in Thüringen; 1649 Studium in Jena (1651 Magister); 1656 Prof. für Logik und Metaphysik, 1668 Dr. theol. und Prof. theol. ebd. (DBA 68, 309-314; ADB 2, 205; Geschichte der Universität Jena 1548/58-1958, hg. M. Steinmetz u.a., Bd. 1, Jena 1958, 127f).

26 In seiner 1694 verfaßten, nicht veröffentlichten SchriftVon der übern Pietisten entstände-