Nr. 20 Ph.J. Späterem AM. Francke [23.(?)]2. 1692
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Daß Herr M. Zimmermanns 14 arbeit bey meinen Söhnen 15 nicht ohne nutzen bleibet, preise ich die güte Gottes, und erkenne mich auch ihm verbunden. Ist mir leid, das wir eben den altern 16 nicht lang da laßen könen, sondern er nach Franckfurt am Mayn in eine Apotheck versprochen ist. Gott führe ihn stäts auff seinen wegen. Herr Crophium 17 hatte an die Frau 35 v. Friesen 18 recommendirt, sie aber hat nicht auff ihn reflexion gemacht, sondern ihren söhn 19 Herrn M. Hufelanden 20 zu dem von Luzelburg 21 anvertrauet. 22 Zeiget mir Gott etwas, dadurch ich seine gaben zunutz anzubringen
34 /ist/ : (haben(?)>. 37 /von/.
14 Vermutlich Conrad Zimmermann aus Sayda bei Freiberg, der 1690 in Leipzig und 1691 in Erfurt immatrikuliert war und den Wilhelm Ludwig Spener im Mai 1692 in Halle traf. In der Stammbucheintragung bezeichnet er sich als „Mitkämpffer in unsern bevorstehenden wettlauff nach der gar schönen Krone" (Blaufuss, 145. Zitat 185; Matrikel Leipzig, 514; Matrikel Erfurt, H. 10, 161).
15 Vermutlich sind Philipp Reinhard (s. Brief Nr. 18, Anm. 27) und Wilhelm Ludwig Spener (s. Brief Nr. 16, Anm. 7) gemeint, da Christian Maximilian erst im Frühjahr nach Halle kam (s. Brief Nr. 21, Anm. 8).
16 Philipp Reinhard Spener.
17 Johann Baptist Croph (ca. 1662-nach 1710), geb. in Augsburg; 1680 Studium in Straßburg, dann Konrektor am Augsburger Gymnasium, 1689 Ernennung zum Pfalzgrafen; 1691/92 während eines etwa dreimonatigen Aufenthaltes im Haus Georg Heinrich Brückners (s. Brief Nr. 7, Anm. 38) in Erfurt Beobachter der Ekstasen der Anna Maria Schuchart (s. Brief Nr. 22, Anm. 15); 1692 Informator u.a. wohl Wilhelm Ludwig Speners (s. Briefe Nr. 16, Anm. 7 und Nr. 21, Z. 11—13) sowie Verteidiger Franckes und Breithaupts gegenüber der Stadtgeistlichkeit in Halle; Ende 1692/Anfang 1693 als Begleiter der Adelheid Sybille Schwarz (s. Brief Nr. 55, Anm. 16) Aufenthalt bei Spener in Berlin; 1694 Übertritt zum Katholizismus, Tätigkeit am Augsburger Gymnasium, dann Kaiserlicher Pfalzgraf in Augsburg und Gegner des Pietismus (DBA 210, 163-166; ADB 4, 609; Jöcher EB 2, 1787; Wotschke, Thüringen, 5, Anm. 1; Blaufuss, 149; ders., „Pietismus Catholicans?" Ein Hinweis auf Johann Baptist Crophius, in: ders., Korrespondierender Pietismus [s. Brief Nr. 17, Anm. 35], 137-152; Matthias, 296; Wallmann, Theologie und Frömmigkeit, 349; Witt, 39, 46; de Boor, 89f; vgl. Brief Nr. 200, Z. 52-55 und Anm/38).
18 Wohl Henriette Amalie von Friesen, geb. zu Dohna (gest. 1707), seit 1680 Ehefrau von (Julius) Heinrich Graf von Friesen, der zu diesem Zeitpunkt kursächsischer Generalwachtmeister war (NDB 5, 612; Boetticher 1, 388f).
19 Wohl Heinrich Friedrich von Friesen (26.8.1681—8.12.1739), geb. in Holland; nach Reisen durch Frankreich und England in russischen Kriegsdiensten; 1712 Oberst in sächsischen Diensten, 1713 Kammerherr, 1715 Generalmajor, 1727 Oberkammerherr und 1731 General der sächsischen Infanterie (ADB 8, 87f; NDB 5, 612; Boetticher 1, 388f).
20 Polycarp Elias Huffeland (gest. 17.4.1714), geb. in Tennstedt; 1685 Studium in Leipzig (1689 Magister), Mitglied des Collegium Philobiblicum, 1692 Archidiakon in Stolp (Matrikel Leipzig, 198; Pfarrerbuch Pommern 2, 459; Francke, Streitschriften, 51. 400 [Personenregister]; Leube, 180. 184. 209).
21 Wohl Antonius von Lutzeiburg (ca. 1670—15.4.1739), 1711 Oberhofmeister des sächsischen Kurprinzen, 1712 königlich-polnischer und kursächsischer Generalleutnant (Gauhe 1, Sp. 1285— 1288; Boetticher 2, lOlf).
22 Gemeint ist offensichtlich, daß Huffeland bereits Informator von Lutzeiburgs war und daß von Friesen nun ebenfalls Huffelands Schüler wurde.