Nr. 21 A.H. Framke an Ph.J. Später [23. 2. 1692 (?)]
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Ulrici 13 , Seelig 14 , Kipsch 15 , Schröter 16 . Nun gehen sie in einem stillen wesen fort, zum theil freudig, theils etwas ängstlich; doch so daß es sich so sonderlich nicht äussert, laßen sonst genug spüren, daß es ihnen ein größer Ernst mit ihrer Gottseeligkeit sey als vorhin. Der Herr wird ja ferner sein werck zu er- 35 kennen geben. Sonst sind auch ins gemein die Studiosi sehr fein untereinander auffgemuntert, und in hertzlicher Liebe verbunden, und reitzen einander sehr zum wachsthum so wol der Erkentniß, als der Beweisung. Von fremden kommen auch dazu, so sich wohl anschicken, unter denen M. Meurer des Superintendenten] von Stutgard 17 Sohn 18 . Herr Conrector Vockerod 19 be- 40 weiset sein Christenthum bißanhero, in der that und warheit, und sind wir in hertzlicher und brüderlicher Liebe miteinander verbunden.
32 in ] + in: A. 39 M. ] -D.
13 Wohl Johann Ulrici aus Gerlachsheim in der Lausitz oder Zacharias Ulrici aus Görlitz, die 1688 in Leipzig immatrikuliert worden waren (Matrikel Leipzig, 467).
14 Wohl Johann Gottfried Sehliger, der 1692/93 Hauslehrer der Kinder Adrian Adams von Stammer (s. Brief Nr. 14, Anm. 6) in Quedlinburg war und sich zwischendurch in Halle aufhielt (vgl. Sehliger an Francke, 18.10.1692, 3.2. und 28.6.1693; Schulz, 21. 72). Dieser könnte identisch sein mit Johann Gottfried Seelig (1668-26.4.1745), geb. in Lemgo; kam 1694 nach Germantown/Pennsylvanien und war zunächst als Buchbinder tätig; 1708 Nachfolger von Johann Kelpius (1673-1708) als Leiter der Gemeinschaft der Rosenkreuzer am Wissahickon Creek (Sachse, German Pietists [s. Brief Nr. 12, Anm. 22], 335-340 u.ö.; A.M. Brandt, Bau deinen Altar auf fremder Erde. Die Deutschen in Amerika — 300 Jahre Germantown, Stuttgart 1983, 209f. 411; zu Germantown vgl. Brief Nr. 101, Z. 90f und Anm. 33).
15 Martin Kipsch (12.12.1669-20.2.1711), geb. in Niederröblingen/Pfalz; 1687 Studium in Jena, 1692 in Halle, 1695 Informator am Paedagogium Regium; 1698 Magister philos., Konrektor in Burg; 1702 Pfarrer in Wenderingen, 1703 in Angern (Matrikel Jena 2, 133; Matrikel Halle, 77; Auskunft Pfarrerkartei der KPS; Dreyhaupt 2, 170; Blaufuss, 158; GStPK HA I, Rep 52, Nr. 129, 1701-1702, 659-661).
16 Wohl Johann Heinrich Schröder (Schröter) (4.10.1666—30.6.1699), geb. in Springe am Deister; Ende der 1680er Jahre Bekanntschaft mit Francke in Leipzig, 1690 Studium in Erfurt und 1692 in Halle; 1696 Pfarrer in Meseberg bei Haldensleben und Ehemann der mit Francke bekannten Sophia Tranquilla Wolff (s. Brief Nr. 17, Anm. 43) aus Halle (DBA 1140, 358-362; ADB 32, 518-519; Matrikel Erfurt, H.10, 99; Matrikel Halle, 402; Auskunft Pfarrerkartei der KPS; Koch 4, 381-383; Blaufuss, 139-142. 183; Wallmann, Theologie und Frömmigkeit, 340). — Schröder verfaßte 5 Lieder, die in Freylinghausens Gesangbuch (s. Brief Nr. 94, Anm. 5) aufgenommen wurden.
17 Johann Ulrich Meurer (29.10.1641—22.3.1693), Superintendent, Konsistorialrat und Spitalprediger in Stuttgart, Abt zu Herrenalb (Jöcher 3, 490; Auskunft Pfarrerkartei der KPS und des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart).
18 Johann Christoph Meurer (13.6.1671-31.3.1740), geb. in Stuttgart; 1687 Studium in Tübingen (1689 Magister), 1691 in Halle, 1692 in Wittenberg (1700 Lic. theol.); 1696 Diakon in Wolmirstedt, 1700 Adjunkt des Generalsuperintendenten in Stendal, 1705 Pfarrer und Superintendent in Tangermünde, 1708 Generalsuperintendent in Stendal (DBA 833, 158—162; Jöcher 3, 490; Matrikel Halle, 294; Matrikel Tübingen 2, 410; Auskunft Pfarrerkartei der KPS).
19 Gottfried Vockerodt (s. Brief Nr. 16, Anm. 44).