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Nr. 30 PhJ. Später an A.H. Bremcke. 12. 7.1692
wenigen gespräch gefunden habe. 16 Der Herr stärcke sie weiter, wie auch den guten anfang bey dem jungen Gloxin 17 , und laße an demselben, da alle hoffhung verschwinden wollen, dieselbe künfftig sovielmehr bekräfftigt werden: auch insgesamt die zahl der seinigen zunehmen. Was der genannte von der Berg 18 vor attestate wird zusammengebracht haben 19 , wird sich zeigen. Hier hat man von der Frau von Owerkerk 20 antwort schreiben 21 , das sie von keinem von Berg wiße, auff die er sich gleichwol beruffen, und von deroselben stäte wolthaten zugenießen vorgegeben. Der Herr wird die Wahrheit laßen an den tag kommen, besorglich zu mehrer schände derer, welche dieselbe noch eine weil zuhinderhalten arbeiten. Mit Herrn Langen 22 habe noch nicht davon zureden gelegenheit gehabt. Das verdächtigste ist, das er mit Wedda 23 gereiset u. ihn wol lernen kennen, hingegen der genannte von Berg sich von ihm in Hamburg nicht wollen sehen laßen, sondern es ihm außtrücklich abgeschlagen: Darzu er keine ursach gehabt, wo er sich gutes bewußt gewesen wäre. Auß Darmstatt habe von so Herrn D. Bilefeld 24 alß der Fürstin 25 selbs eigenhändig schreiben 26 , wie diese nun ihr vergnügen über ihn nicht gnug außtrucken kan, also hat auch jener ob er wol bereits
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16 Wohl Sophia Tranquilla Wolff (vgl. Brief Nr. 55, Z. 37-39 und Anm. 23).
17 [David (?)] Gloxin (s. Brief Nr. 29, Anm. 16). 1S Heinrich Wedda (s. Brief Nr. 29, Anm. 18). 19 S. Brief Nr. 29, Anm. 19.
211 Nicht ermittelt.
21 Nicht überliefert.
22 Nikolaus Lange (s. Brief Nr. 7, Anm. 12).
23 Der jetzt unter dem Namen von der Berg auftretende Mann war Nikolaus Lange als [Heinrich] Wedda bekannt (s. Brief Nr. 29, Anm. 18).
24 Johann Christoph Bielefeld (Bilefeld) (25.12.1664-21.6.1727), geb. in Wernigerode; 1682 Studium in Leipzig (1685 Magister); Studienreise durch mehrere europäische Länder, 1686 Pastor Primarius und Superintendent in Delitzsch, 1690 Dr. theol. in Kiel, 1692 Oberhofprediger, Superintendent und Konsistorialassessor in Darmstadt, 1693 zudem Prof. und erster Superintendent in Gießen; 1705 Niederlegung der Amter in Darmstadt und Oberkirchenrat und Direktor des Konsistoriums in Gießen (DBA 101, 312-319; Jöcher 1, 1088; Matrikel Leipzig, 32; Diehl, Hassia Sacra 1, 14 u. 2, 45-48; Renkewitz, 12; R. Mack, Pietismus und Frühaufklärung an der Universität Gießen und in Hessen-Darmstadt, Gießen 1984, 47-63. 93-108. 241-270 u.ö.).
25 Elisabeth Dorothea, Landgräfin von Hessen-Darmstadt (8.1.1640-24.8.1709), geb. in Gotha als Tochter Emsts des Frommen von Sachsen-Gotha; heiratete 1666 Ludwig VI. von Hessen- Darmstadt (A. Beck, Ernst der Fromme, Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg. Ein Beitrag zur Geschichte des siebenzehnten Jahrhunderts, Teil I, Weimar 1865, 760; H. Meise: Die Tagebücher der Landgräfinnen Sophia Eleonora und Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt. Höfische Ego-Dokumente des 17. Jahrhunderts zwischen Selbstvergewisserung und Selbstreflexion, in: Autobiographien von Frauen. Beiträge zu ihrer Geschichte, hg. M. Heuser, Tübingen 1996, 49-70; dies.: Schreibkalender und Autobiographik in der Frühen Neuzeit, in: Künste und Natur in Diskursen der Frühen Neuzeit, unter Mitwirkung von B. Becker-Cantarino u.a. hg. H. Laufhütte, Teil I, Wiesbaden 2000 [Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung, Bd. 35], 707-717).
26 Nicht ermittelt.